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Bestimmen der PAP

Vor der Therapie-Entscheidung:

Bestimmen der PAP
 

Die Prostatic Acid Phosphatase (PAP) oder die Saure Prostataphosphatase (SPP) ist ein wichtiger Prognosefaktor für einen möglichen Wiederanstieg des PSA nach einer lokalen Therapie.

Ein solcher PSA-Wiederanstieg bedeutet dann, dass die lokale Therapie nicht kurativ war. Die Ursache kann sowohl ein Lokal-Rezidiv sein - also das erneute Wachstum von Krebszellen in der Prostataloge – als auch eine Metastasierung sein.

Die übliche Ausbreitungsdiagnostik durch ein Knochenszintigramm / Röntgen Lunge / CT zeigt Metastasen erst ab einer Größe von 6 bis 8 mm. Diese Auflösungsgrenze ist das Dilemna, da auch bei negativem Befund das Vorhandensein von Mikro- oder Minimetastasen nicht ausgeschlossen werden kann.

Dr. Stephen Strum hat in seinem Buch „Ein Ratgeber zum Prostatakrebs“ darauf hingewiesen, dass die PAP ein guter Indikator für eine mögliche Mikro- oder Minimetastasierung ist. (Auszug siehe unten) So ist demnach die Wahrscheinlichkeit, dass ein PSA-Rezidiv nach einer rein lokalen Therapie auftritt,

  • bei PAP > 3,0 ng/ml etwa 60 %
  • bei PAP < 3,0 ng/ml etwa 20 %

Je niedriger die PAP, desto besser die Chancen für eine lokale Begrenzung.

Der Normwert der PAP liegt bei < 2,6 ng/ml

Die PAP wurde früher als Prostatakrebsmarker verwendet, bis das PSA sie abgelöst hat. Nach dieser Erkenntnis jedoch hat die PAP heute eine neue Bedeutung gewonnen. Wir empfehlen daher, vor der Therapie-Entscheidungdie PAP bestimmen zu lassen.

Laut GOÄ (Gebührenordnung der Ärzte) hat die PAP die GOÄ-Nr. 3794 und einen Gebührensatz von 11,66 EURO. Dieser Gebührensatz - mit einem Faktor x (1,2 bis maximal 2,5) - ergibt den Verrechnungspreis.

Und hier noch ein „Merkspruch“ eines Mitstreiters:

BESTIMME  DIE  PAP  VOR DER OP,
DANN  ERST ENTSCHEIDE, OB „JA“ ODER BESSER „NEE“
AUCH DIE BESTRAHLUNG  HILFT NICHT SEHR,
IST DIE  PAP BEI 3 ODER GAR MEHR


 

Aus  „Ein Ratgeber zum Prostatakrebs“  - von Dr. Stephen Strum und Donna Pogliano S. 51 – 53 (S. 51):

Saure Prostataphosphatase (SPP)

Die SPP (Saure Prostataphosphatase) sollte Teil Ihrer Ausgangsuntersuchungen für PK sein. Allerdings kann, genau wie beim PSA, der SPP-Wert durch ein Trauma erhöht sein, z. B. nach einer Prostatabiopsie. Daher sollten Sie nach einer solchen Untersuchung mindestens fünf Wochen warten, bevor Sie den SPP-Wert ermitteln, sofern der Test nicht schon vor den diagnostischen Biopsien angeordnet wurde. Idealerweise sollten sowohl PSA- als auch SPP-Tests frühestens 48 Stunden nach einer sexuellen Aktivität mit Ejakulation oder 48 Stunden nach einer DRU durchgeführt werden.

Die meisten Ärzte und Patienten betrachten PSA- und SPP-Untersuchungen als einfache Bluttests. Die biologische Realität ist aber, dass Prostatakrebszellen zahlreiche chemische Substanzen herstellen, die für ihr Wachstum und Wohlbefinden lebensnotwendig sind und oft mit ihrer Funktion zusammenhängen. Viele dieser Zellprodukte sind für das Wachstum und die Verbreitung des Krebses wichtige Enzyme. SPP und PSA sind nur zwei von vielen Enzymen, denen mehr Bedeutung zugemessen werden sollte als bloßen Werten üblicher Labortests. Die Ergebnisse der SPP- und PSA-Untersuchung sind Teil des biologischen „Profils“, das ein gut informiertes Team aus Arzt und Patient aufstellt, um das tatsächliche Stadium der Krankheit zu entschlüsseln (siehe ärztlicher Hinweis 11). Die Beantwortung der Frage: „Ist der PK auf die Prostatadrüse begrenzt oder nicht?“ sollte für Männer mit neu diagnostiziertem PK oberste Priorität haben.

(S. 52) Der SPP-Test ist nützlich, um ein erhöhtes Risiko für ein erneutes Auftreten von PSA vorherzusagen. In einer Studie von Moul et al. hatten Männer nach einer radikalen Prostatektomie (RP) nach vier Jahren eine PSA-Rezidiv- (PSAR-) Rate von 61,2 %, wenn der SPP-Ausgangswert 3 ng/ml oder darüber betrug. Bei Patienten mit einem SPP von 3,0 ng/ml oder darunter betrug die PSAR-Rate 21,2 % (Abb. 23). Diese Ergebnisse hatten nicht nur Bestand, wenn der PSA-Spiegel vor einer Behandlung unter 10 ng/ml lag (p=0,047), sondern auch dann, wenn der Wert des Ausgangs-PSA bei 10 ng/ml oder darüber lag (p= 0,012). Der Wert des Ausgangs-SPP liefert also nicht nur weitere prognostische Informationen zusätzlich zu den PSA-Werten vor Beginn der Behandlung, sondern auch eine unabhängige Vorhersage für ein Rezidiv.

Eine erhöhte SPP ist auch ein Hochrisiko-Faktor für Patienten mit der Wahrscheinlichkeit eines PSA-Rückfalls (biochemisches Versagens) nach einer Seed-Implantation. 

(S. 53) In einer Untersuchungsreihe von 124 aufeinanderfolgenden Patienten, die mit Palladium und ergänzend mit einer externen Strahlentherapie wegen eines klinisch lokalisierten, hoch-risikoreichen Prostatakarzinoms (d. h. klinische Stadien T2a - T3) behandelt wurden, war der stärkste prognostische Faktor für biochemisches Versagen eine erhöhte Ausgangs-SPP (p = 0,02), gefolgt vom Gleason-Score (p= 0,1) und dem PSA (p= 0,14)23. In dieser Studie war die SPP ein genauerer Indikator für Mikrometastasen als das bPSA.

Diese Berichte von Moul und Dattoli et al. gebieten es, den SPP-Test zu den Ausgangsuntersuchungen hinzu zu nehmen. Beide Berichte zeigen, dass ein erhöhter SPP-Wert zum Zeitpunkt der Diagnose ein erhöhtes Risiko bedeutet, dass sich der Prostatakrebs auf Bereiche außerhalb der Prostata ausgebreitet hat und dass er sich zudem wahrscheinlich entweder außerhalb des zu operierenden Gebietes oder außerhalb des Bestrahlungsbereiches einer RT befindet. Bei solchen Patienten schlagen lokale Behandlungen meist nicht an, so dass wahrscheinlich unterstützende oder ergänzende systemische Therapien notwendig sind, um eine metastasierte Erkrankung zu beseitigen. Ein erhöhter SPP-Spiegel ist ein biologischer Hinweis auf einen aggressiveren Prostatakrebs, der wahrscheinlich nicht-organbegrenzt ist. Derartige Ergebnisse sollten das Patienten-Arzt-Team dazu bewegen, noch andere Untersuchungen wie einen ProstaScint-Scan (im deutschsprachigen Raum nicht üblich – Anm. d. Übers.) oder eine endorektale Magnetresonanztomographie (MRT) durchzuführen sowie das Blut noch auf andere Biomarker wie NSE, CEA, CGA, und TGF-β1 zu untersuchen.

Literatur:
1) Moul JW, Connelly RR,Perahia B, et alii :The contemporary value of pretreatment  prostatic acid  phosphatase to predict pathological stage and recurrence in radical prostatectomy cases. J.Urol.159:935-40, 1998.

2) Dattoli M, Wallner K., True L, et alii: Prognostic role of serum Prostatic Acid Phosphatase (PAP)  for 103Pd-based radiation for Prostatic carcinoma. Int.J.Radiat.Oncol.Biol.Phys.45:853-6,1999.
 

Termine

19. Oktober 2019
Krebsaktionstag Halle
9.00 bis 15.30 Uhr
Veranstaltungsort: Stadthaus Halle, Marktplatz 2
Veranstalter: Sachsen-Anhaltische Krebsgesellschaft
Weitere Informationen finden Sie hier
Die SHG Halle wird mit einem Infostand vertreten sein

 

19. Oktober 2019
Männergesundheitstag Alsdorf
Veranstaltungsort: Stadthalle Alsdorf
Veranstalter: Prostatakrebs Selbsthilfegruppe Alsdorf

 

23. Oktober 2019
Vortrag von Uta Köppen, Psychoonkologin, Siloah-Krankenhaus, Hannover zum Thema „Fatigue - die krankhafte Müdigkeit"
18.30 Uhr
Veranstalter: Krebsberatungsstelle Soltau (Außenstelle des OAK Walsrode), Bahnhofstraße 15, 29614 Soltau
Veranstaltungsort: Bibliothek Waldmühle, Mühlenweg 4, 29614 Soltau

 

26. Oktober 2019
Offene Krebskonferenz 2019 unter dem Motto „Miteinander reden – verstehen– gemeinsam handeln“
10.00 bis 16.00 Uhr
Veranstalter: Stiftung Deutsche Krebshilfe und Deutsche Krebsgesellschaft
Veranstaltungsort: Campus Westend, Frankfurt am Main
Weitere Informationen finden Sie hier

 

31. Oktober 2019
Vortrag von Bernd Troche, BPS-Landesverband NRW, zum Thema „Studien-Aussage über das Überleben bei Prostatakrebs“
19.30 Uhr
Veranstalter: SHG Wuppertal
Veranstaltungsort: Helios Klinikum Wuppertal, Heusner Str. 40, 42283 Wuppertal-Barmen, Im Konferenzzentrum (Eingang Torbogen, direkt am Haupteingang)

 

5. November 2019
Vortrag von Dr. T. Peiler, Facharzt für Urologie zum Thema "Personalisierte Therapie in der Urologie,
bezogen auf das Prostatakarzinom"
18.00 Uhr
Veranstaltungsort: Seminarraum der REHA-Klinik Bergmannsheil, Schernerweg 4, 45894 Gelsenkirchen-Buer (Haupteingang: Links durch die Lobby, dem langen Gang bis in den nächsten Gebäudetrakt folgen)
Veranstalter: SHG Gelsenkirchen-Buer

 

9. November 2019
Informationstag für Krebspatienten, Angehörige und Interessierte
10 Uhr
Veranstalter: CCC Erlangen-EMN
Veranstaltungsort: Klinikum Bayreuth
Weitere Informationen finden Sie hier

 

9. November 2019
Patiententag in Deggendorf zum Thema „Prostatakrebs – was nun?“
9.30 Uhr
Vorträge von Dr. Stark, Chefarzt Urologie Donau-Isar-Klinikum: „Aktuelle Entwicklungen beim Prostatakarzinom“, Dr. Kiesling, ärztl. Leitung Radio-Log Deggendorf: „Strahlentherapie aktuell - hocheffektiv und schonend“, Ursula Reitberger, SHG Nürnberg: „Mit-betroffen. Prostatakrebs und Partnerschaft“, Kurt Imhof, SHG Deggendorf: „Gemeinsam schaffen wir das! Hilfe zur Selbsthilfe“
Veranstalter: Prostatakrebs SHG Deggendorf
Veranstaltungsort: FH-Deggendorf, Raum D 021

 

11. November 2019
Gruppengespräch mit Facharzt M. Lünzmann, Urologe in Bottrop
18 Uhr
Veranstalter: SHG Bottrop
Veranstaltungsort: Verwaltungsgebäude des Knappschaftskrankenhauses Bottrop, Alten Personalkantine, Osterfelder Str. 157, 46242 Bottrop (Gebäude hinter dem Krankenhaus, neben dem Reha-Zentrum prosper)

 

15. November 2019
Tanzen ist die beste Medizin mit Senioren – Tanzgruppe mit Claudia Bronner, Landesvorsitzende BW Seniorentanze.V.
Veranstaltungsort: Gesundheitszentrum Federsee-Bad Buchau
Die SHG Bad Buchau-Federsee wird mit einem Infostand vertreten sein

 

15. November 2019
„Selbsthilfe beWEGt - seit 30 Jahren“ – Jubiläumsveranstaltung des Selbsthilfebüros KORN
14 bis 16 Uhr, Einlass 13:30 Uhr
Veranstaltungsort: Haus der Begegnung, Grüner Hof 7 in 89073 Ulm
Weitere Informationen finden Sie hier. Um Anmeldung bis spätestens 31. Oktober wird gebeten

 

16. November 2019
2. Bayerischer Selbsthilfekongress zum Thema „Tragende Netze erleben – Selbsthilfekompetenz im Gesundheitswesen"
9.30 bis 16.30 Uhr
Veranstalter: Selbsthilfekoordination Bayern und Selbsthilfekontaktstellen Bayern e.V. in Kooperation mit der Selbsthilfekontaktstelle der Diakonie Hochfranken
Veranstaltungsort: Freiheitshalle, Kulmbacher Str. 4, 95030 Hof
Weitere Informationen finden Sie hier

 

16. November 2019
15. Patiententreffen in Sachsen-Anhalt
9.30 bis 13.00 Uhr
Veranstaltungsort: Universitätsklinikum Kröllwitz, Ernst-Grube-Str. 40, 06120 Halle, Hörsäle 1-2
Veranstalter: Nierentransplantationszentrum der Universitätsklinik und Poliklinik für Urologie (Univ.-Professor Dr. P. Fornara) und die Universitätsklinik und Poliklinik für Innere Medizin II, (Univ.-Professor Dr. M. Girndt) des Universitätsklinikums Halle (Saale)
Weitere Informationen finden Sie hier
Der BPS-Regionalverband Neue Bundesländer wird vertreten sein

 

16. November 2019
Patientenforum
ab 9.00 Uhr
Veranstalter: Prostatakarzinomzentrum der Klinik für Urologie, Kinderurologie und Uro-Onkologie des KMG Klinikums Luckenwalde gemeinsam mit dem Uroonkologischen Zentrum Mittelbrandenburg in Luckenwalde e. V.
Veranstaltungsort: Biotechnologiepark 4 (CCB), Konferenzsaal, D-14943 Luckenwalde
Das Programm finden Sie hier
Die SHG Luckenwalde wird mit einem eigenen Infostand vertreten sein

 

23. November 2019
Informationstag Prostatakrebs 2019 mit dem Schwerpunkt „Stellenwert der Psychoonkologie für Prostatakrebspatienten“
9.30 bis 14.00 Uhr
Veranstaltungsort: Caritas-Krankenhaus St. Josef, Landshuterstraße 65, 93053 Regensburg, Hörsaal
Veranstalter: Klinik für Urologie Caritas-Krankenhaus St. Josef/PROCAS Selbsthilfegruppe Regensburg/Oberpfalz
Weitere Informationen finden Sie im Veranstaltungsprogramm

 

27. November 2019
Vortrag von Sascha Brinkmann, Facharzt für Allgemeinmedizin, Gemeinschaftspraxis „Health Prevent", Hannover zum Thema „Die Bedeutung der Darmflora bei der Krebsentstehung und -behandlung"
18.30 Uhr
Veranstalter: Krebsberatungsstelle Soltau (Außenstelle des OAK Walsrode), Bahnhofstraße 15, 29614 Soltau
Veranstaltungsort: Bibliothek Waldmühle, Mühlenweg 4, 29614 Soltau

 

28. November 2019
Vortrag von Dr. med. J. Gleißner, MVZ/DGU Hofaue Wuppertal zum Thema „Bericht vom DGU-Kongress 2019“
19.30 Uhr
Veranstalter: SHG Wuppertal
Veranstaltungsort: Helios Klinikum Wuppertal, Heusner Str. 40, 42283 Wuppertal-Barmen, Im Konferenzzentrum (Eingang Torbogen, direkt am Haupteingang)

 

2020
1. Februar 2020
Patientenaktionstag zum Thema „Rund um den Krebs – was neben der eigentlichen Therapie noch wichtig ist“
10.00 bis 15.00 Uhr
Veranstalter: Asklepios Klinik St. Georg
Veranstaltungsort: Kongresszentrum „Georgie“, c/o Asklepios Klinik St. Georg, Lohmühlenstr. 5, 20099 Hamburg

 

 

 

 







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