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Medisuch Siegel 2012

Grenzen überwinden, Palliativ-Versorgung verbessern

 09.09.2010

Palliativexperten kritisieren Strukturdefizite in Deutschland

Dresden (jft) – Menschen mit einer unheilbaren Erkrankung haben einen gesetzlichen Anspruch auf umfassende Palliativ-Versorgung. Dabei sollen weder ihr Alter, noch die Art ihrer Grunderkrankung oder der Ort, an dem sie betreut werden wollen oder müssen, eine Rolle spielen. Fakt ist jedoch, dass dieser Anspruch nicht bundesweit flächendeckend umgesetzt werden kann, weil entsprechende Angebote noch fehlen. Bei der Auftakt-Pressekonferenz des 8. Kongresses der Deutschen Gesellschaft für Palliativmedizin (DPG) in Dresden heute, am 9. September 2010, appellierte Professor Dr. Christof Müller-Busch, Präsident der DGP, die Strukturdefizite rasch zu beheben und die Bemühungen für eine flächendeckende Versorgung zu intensivieren.

bundesverband prostatakrebs selbsthilfe dgp-logo 


„Wir benötigen einen flächendeckenden Auf- und Ausbau von Versorgungs- und Betreuungsstrukturen“, so Müller-Busch. „Hinzu kommt die Implementierung des Versorgungsanspruchs in bestehende Einrichtungen und eine bessere Qualifikation der im Gesundheits- und Sozialwesen Tätigen. Denn noch immer sind viele Betroffene und ihre Angehörigen sowie die professionellen Helfer nicht ausreichend über die Möglichkeiten und Angebote im Rahmen der Palliativ- und Hospizversorgung informiert.“

 „Der Bedarf an Palliativmedizin wird in den kommenden Jahren weiter steigen. Die Menschen werden immer älter und die Krebskrankheiten nehmen zu“, so Gerd Nettekoven, Hauptgeschäftsführer der Deutschen Krebshilfe. „Unsere Organisation versteht sich als Sprachrohr der Krebs-Patienten und appelliert daher auch an Bund, Länder und alle Gesundheitsorganisationen, sich künftig noch stärker als bisher für die Palliativmedizin einzusetzen.“ Die Deutsche Krebshilfe ist Wegbereiterin der Palliativmedizin in Deutschland und hat bislang über 60 Millionen Euro in den Auf- und Ausbau der Palliativmedizin investiert.

Ein konzertiertes Zusammenwirken aller im Gesundheitssystem verantwortlichen Kräfte ist auch notwendig, um die so genannte Spezialisierte Ambulante Palliativ-Versorgung (SAPV) voran zu bringen, für die es bereits seit 2007 eine gesetzliche Grundlage gibt. „Der Aufbau von SAPV-Teams kommt jedoch aus einer Vielzahl von Gründen nur sehr zögerlich in Gang“, so Kongresspräsidentin Dr. Barbara Schubert. „Einerseits steht eine völlig neue Aufgabe vor allen Beteiligten, andererseits fehlen insbesondere in ländlichen Regionen sowohl Konzepte als auch die notwendigen personellen Kapazitäten zu ihrer Umsetzung – und letztlich treten Kostenträger zögerlich bei den notwendigen Vertragsabschlüssen auf.“

„Auch die geplante Novellierung der Betäubungsmittel-Verordnungsvorschrift stellt durchaus einen wichtigen Schritt in der Verbesserung der Versorgung von Palliativpatienten mit Opioiden dar. Allerdings bedarf es struktureller und organisatorischer Änderungen beispielsweise in Hospizen, damit diese Verbesserungen auch umsetzbar sind“, so Kongresspräsident Professor Dr. Rainer Sabatowski.

Im Rahmen des 8. Kongresses der Deutschen Gesellschaft für Palliativmedizin, der vom 9. bis 11. September 2010 im Internationalen Congress Center Dresden stattfindet, diskutieren rund 2.000 Teilnehmerinnen und Teilnehmer unter dem Motto „Grenzen überwinden“:  „Der Zeitpunkt des Kongresses ist gesundheitspolitisch günstig und wichtig“, so Kongresspräsident PD Dr. Ulrich Schuler. „Denn die Diskussion um die Begleitung Schwerstkranker und Sterbender nimmt derzeit im öffentlichen Diskurs breiten Raum ein.“ In zahlreichen Plenarveranstaltungen, Diskussionsrunden und Workshops werden die Teilnehmer auf Basis des bereits Erreichten Konzepte erarbeiten, um die Zukunft der Palliativmedizin in Deutschland aktiv zu gestalten.

„Problematisch bleibt aber, dass an den meisten Medizinischen Fakultäten bisher noch kein Lehrstuhl für Palliativmedizin etabliert wurde. Insbesondere in den so genannten neuen Bundesländern gibt es derzeit noch keinen einzigen Lehrstuhl“, so Sabatowski. Im Rahmen des Kongresses werden daher auch ein Studentenseminar angeboten und verschiedene Lehrmodelle in einem eigenen Symposium vorgestellt. Vor dem Hintergrund der Einführung von Palliativmedizin als verpflichtendem Querschnittsbereich im Medizinstudium erscheint dies unverzichtbar. Darüber hinaus sind neben der Etablierung der Palliativmedizin als eigenständigem Fach auch der weitere Ausbau der interdisziplinären Zusammenarbeit mit den angrenzenden Fachgebieten und die Verankerung palliativmedizinischen Denkens in der Ausbildungs- und Alltagspraxis wichtige Themen.

Weitere Informationen zur Palliativmedizin und zu den Themen des Kongresses gibt es bei der Deutschen Krebshilfe unter der Telefonnummer 02 28/72 99 02 72 und E-Mail: presse@krebshilfe.de .

Termine

 

2017

21. bis 22. Oktober 2017
35. Allmendinger Gesundheitstagen   
Veranstalter: Gemeinde Allmendingen
Veranstaltungsort: Turn- und Festhalle, Marienstr. 18, 89604 Allmendingen
Die SHG Bad Buchau wird mit einem Infostand vertreten sein

 

28.Oktober 2017
Selbsthilfetag in Nienburg
10 bis 14 Uhr
Veranstaltungsort: Rathaus Nienburg, Marktplatz 1, 31582 Nienburg/Weser
Veranstalter: SHG Nienburg
Weitere Informationen finden Sie im Programmflyer

 

2. November 2017
Vortrag von Prof. Lein, Sana-Klinikum Offenbach zum Thema „Knochenprotektion“
18.00 bis 20.00 Uhr
Veranstalter: Prostatakrebs Selbsthilfegruppe Rhein-Main in Offenbach
Veranstaltungsort: Sana Klinikum Offenbach GmbH, Starkenburgring 66, 63069 Offenbach, Helmut-Nier-Saal

 

6. November 2017    
Forum für Erfahrungsausgtausch
19.30 Uhr
Veranstaltungsort: Seminarraum des Nebengebäudes des Kreiskrankenhauses Emmendingen, Beginn:
Veranstalter: SHG Prostatakrebs „DELFIN“, Kreis Emmendingen, Ansprechpartner: Horst Köntopp, Tel. 07644 – 930 190

 

6. November 2017
Vortrag von Christine Schmidt-Statzkowski, Pflegeberaterin - Pflegesachverständige zum Thema „Leistungsrecht der Pflegeversicherung - Pflegestärkungsgesetz 2“
18.00 Uhr
Veranstalter: Selbsthilfegruppe Prostatakrebs Mariendorf (Berlin) e. V.
Veranstaltungsort: Friedenstraße 20, 12107 Berlin

 

7. November 2017
Dr. Th. Peiler, Facharzt für Urologie Gelsenkirchen-Buer: „Neue Entwicklungen in der Behandlung
des Prostatakarzinoms“
18.00 Uhr
Veranstalter: Selbsthilfegruppe Gelsenkirchen-Buer
Veranstaltungsort: Seminarraum der Reha-Klinik Bergmannsheil, Schernerweg 4, 45894 Gelsenkirchen-Buer (Haupteingang: Links durch die Lobby, dem langen Gang bis in den nächsten Gebäudetrakt folgen)

 

8. November 2017
Vortrag von Dr. rer. nat. Jens Weinberg, Fachapotheker für Arzneimittelinformation, zum Thema „Herstellung von Zytostatika – Personalisierte Krebsmedikation“
18.00 bis 19.30 Uhr
Veranstalter: Selbsthilfe ProstaCura Paderborn
Veranstaltungsort: Brüder Krankenhaus St. Josef, Husener Straße 46, 33098 Paderborn im Franz-Pfanner-Raum, neben der Caféteria „Ambiente“
Der Eintritt ist frei

 

11. November 2017
„Krebstag“ des Klinikums Osnabrück mit einem Vortrag von Prof. Dr. Josef Beuth, Köln, zum Thema „Komplementärmedizin“
Veranstalter: Klinikum Osnabrück GmbH
Veranstaltungsort: Foyer der Akademie, Möserstraße, Osnabrück
Die SHG Osnabrück wird mit einem Infostand vertreten sein

 

13. November 2017
Gruppengespräch mit Facharzt M. Lünzmann, Urologe in Bottrop
18.00 Uhr
Veranstalter: SHG Bottrop
Veranstaltungsort: Alte Personalkantine im Verwaltungsgebäude des Knappschaftskrankenhauses Bottrop, Osterfelder Str. 157, 46242 Bottrop, Gebäude hinter dem Krankenhaus, neben dem Reha-Zentrum prosper

 

18. November 2017
Offene Krebskonferenz zum Thema „Patient-Sein heute: Gemeinsam stark“
10.00 bis 16.30 Uhr
Veranstalter: Krebsgesellschaft Mecklenburg-Vorpommern e. V.
Veranstaltungsort: Kongresszentrum Yachthafenresidenz Hohe Düne
Am Yachthafen 1, 18119 Rostock-Warnemünde
Weitere Informationen finden Sie hier
Die Teilnahme ist kostenfrei
Die SHG Rostock wird mit einem Infostand vertreten sein

 

18. November 2017
Informationstag Prostatakrebs 2017 mit dem Schwerpunkt „Komplementärmedizin und Naturheilkunde – Alternativmedizin“
9.30 bis 13.00 Uhr
Veranstalter: Prostatakarzinomzentrum Regensburg (University Cancer Center Regensburg) mit Kooperationspartner PROCAS Selbsthilfegruppe Regensburg/Oberpfalz
Veranstaltunsort: Caritas-Krankenhaus St. Josef (Hörsaal)
Alles Weitere finden Sie im Veranstaltungsprogramm
Die Selbsthilfegruppe Regensburg/Oberpfalz wird mit einem Infostand vertreten sein

 

2018

3. Februar 2018
Infotag für Patienten, Angehörige und Interessierte zum Thema Leben mit und nach Krebs: Fakten und praktische Tipps für Körper, Geist und Seele"
10.00 Uhr
Veranstalter: Comprehensive Cancer Center Erlangen-EMN
Veranstaltungsort: Klinikum Bayreuth GmbH, Konferenzraum 4, Preuschwitzer Straße 101
Alles Weitere finden Sie im Veranstaltungsprogramm