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Protonen versus Intensitäts-modulierte Radiotherapie zur Behandlung des Prostatakarzinoms

Behandlungsmuster und Früh-Toxizität

Autoren: Yu et al., Yale University, Abteilung für Strahlentherapie, Journal of the National Cancer Institute Januar 201
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Literatur des Monats Januar 2013

Hintergrund: Die Protonenbestrahlung (PB) stellt eine neue Behandlungsoption des Prostatakarzinoms dar, obwohl nur wenige Daten hinsichtlich eines möglichen Nutzens oder potentieller Schäden im Vergleich zu anderen Strahlentherapie-Formen existieren. Aus diesem Grund wurde die vorliegende Studie durchgeführt. In dieser wurden die Behandlungsmuster, Kosten sowie Frühtoxizität von Prostatakarzinom-Patienten verglichen, die mittels PB oder Intensitäts-modulierter Radiotherapie (IMRT) behandelt worden waren.

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Methoden: Es handelt sich bei der Studie um eine retrospektive Analyse von allen Medicare- krankenversicherten Prostatakarzinom-Patienten der Vereinigten Staaten von Amerika, die zum Zeitpunkt der Behandlung 66 Jahre oder älter waren und zwischen den Jahren 2008 und 2009 mittels PB oder IMRT behandelt worden sind. Mittels logistischer Regressionsanalyse wurden Faktoren ermittelt, die signifikant mit der Durchführung einer PB assoziiert waren. Um die Toxizität beider Bestrahlungsverfahren zu vergleichen, wurde jeweils ein PB-Patient mit zwei IMRT-Patienten gematcht, deren klinische sowie soziodemographischer Charakteristika vergleichbar waren. Studien-Endpunkte waren die Durchführungsraten von PB oder IMRT, die Kostenerstattung der jeweiligen Therapie sowie deren assoziierte urogenitale und gastrointestinale Frühtoxizität. Alle statistischen Tests waren zweiseitig.

Ergebnisse: Es wurden die Daten von insgesamt 27.647 Patienten analysiert. Hiervon wurden 553 (2 Prozent) mittels PB und 27.094 (98 Prozent) mittels IMRT behandelt. Die Patienten der PB-Gruppe waren jünger, gesünder und lebten in wohlhabenderen Gegenden als die Patienten der IMRT-Gruppe. Die mediane Medicare-Kostenerstattung betrug 32.428 $ in der PB- und 18.575 $ in der IMRT-Gruppe. Obwohl die urogenitale Toxizität sechs Monate nach der Therapie statistisch signifikant niedriger in der PB-Gruppe war (5,9 versus 9,5 Prozent; OR = 0,60; 95 Prozent CI 0,38-0,94; p-Wert = 0,03), ließ sich zwölf Monate nach der Therapie kein Unterschied bezüglich der urogenitalen Toxizität zwischen den beiden Gruppen verzeichnen (18,8 versus 17,5 Prozent; OR = 0,76; 95 Prozent CI 0,76-1,54; p-Wert = 0,7). Zudem zeigten sich keine statistisch signifikanten Unterschiede zwischen den beiden Behandlungsgruppen bezüglich der gastrointestinalen sowie anderweitigen Toxizität sechs bzw. zwölf Monate nach der Behandlung.

Schlussfolgerung: Obwohl die PB substantiell teurer als die IMRT ist, ließen sich zwölf Monate nach Abschluss der Behandlung keine Unterschiede in den Toxizitätsraten zwischen den beiden Gruppen feststellen.

Kommentar: Wir haben in diesem Monat eine US-amerikanische Publikation aus Yale zum Paper of the Month gewählt. In dieser Studie wurden die Toxizitätsraten der Protonenbestrahlung (PB) und der Intensitäts-modulierten Bestrahlung (IMRT) zur Behandlung des Prostatakarzinoms verglichen.  Wir haben diese Studie ausgewählt, weil ein aktuelles Thema aus dem Gebiet des Prostatakarzinoms – die Protonenbestrahlung – mit der gegenwärtig in der westlichen Welt am weitesten verbreiteten externen Bestrahlungsform hinsichtlich der Kostenintensität sowie der jeweiligen Toxizitätsprofile verglichen wurde. Obwohl die gastrointestinale Frühtoxizität (sechs Monate nach Ende der Behandlung) statistisch signifikant niedriger in der PB-Gruppe war, ließen sich zwölf Monate nach Beendigung der Bestrahlung keine Unterschiede zwischen den beiden Gruppen in Bezug auf die urogenitale, die gastrointestinale sowie andere Toxizität feststellen. Allerdings war die PB im Vergleich zur IMRT deutlich kostenintensiver (Mediane Kostenerstattung: ca. 32.500 $ versus 18.500 $).

Theoretisch ist die PB eine attraktive Alternative zur Photonenbestrahlung, da es zu fast keinem Strahlungsverlust entlang des Bestrahlungspfades gibt und somit die Bestrahlung sehr gut steuerbar ist. Allerdings existieren gegenwärtig keinerlei Studien, die einen eindeutigen onkologischen Vorteil der PB gegenüber anderen Bestrahlungsformen belegen. Weiterhin existieren keine prospektiven Studien, in denen die PB mit der chirurgisch operativen Behandlung des Prostatakarzinoms verglichen wurde. Insgesamt sind gegenwärtig die Daten von ca. 2.000 Patienten publiziert worden, die zur Behandlung des Prostatakarzinoms eine PB erhielten. Zusammenfassend sind die onkologischen Ergebnisse sowie die Toxizitätsdaten mit anderen Formen der Bestrahlung weitestgehend vergleichbar. Unlängst ist von Sheets et al. eine Studie im JAMA hochrangig publiziert worden, in der eine gastrointestinale Toxizität sogar statistisch signifikant häufiger bei Patienten nach PB als bei Patienten nach IMRT auftrat (Sheets et al., Intensity-modulated radiation therapy, proton therapy, or conformal radiation therapy and morbidity and disease control in localized prostate cancer,  JAMA. 2012 Apr 18; 307(15): 1611-2012).

Es muss jedoch generell betont werden, dass es keine Langzeitergebnisse aus prospektiven, randomisierten Studien gibt. Auch in der heute vorgestellten Studie ließ sich kein Vorteil der PB verglichen mit der IMRT bezüglich der Therapie assoziierten Langzeit-Toxizität messen. Allerdings muss hier auf eine Schwäche der aktuellen Studie verwiesen werden: Es wurde keine Stratifizierung in verschiedene Toxizitätsgrade vorgenommen, sondern das Auftreten der jeweiligen Toxizität lediglich als ja/nein rapportiert. Weiterhin sind keine genauen Daten bezüglich der verwendeten Bestrahlungsdosen sowie der Bestrahlungsausdehnung vorhanden. Diese Limitierungen müssen bei der Interpretation der Studie berücksichtigt werden.

Ein eindeutiger Unterschied bestand in den Therapiekosten. Die PB war nahezu doppelt so kostenintensiv wie die IMRT. Dies deckt sich mit zuvor publizierten Daten. Insofern erscheint es fraglich, ob sich die PB zur Behandlung des lokalisierten Prostatakarzinoms mehrheitlich durchsetzen können wird, da weder ein onkologischer noch ein Morbiditätsvorteil bei deutlich höheren Therapiekosten belegt ist.

Kontrollierte, randomisierte Studien erscheinen uns definitiv notwendig, um diese Therapieform des Prostatakarzinoms evidenzbasiert mit anderen Therapieformen vergleichen und beurteilen zu können.

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Martini-Klinik am UKE GmbH
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Termine

2020

18. Juli 2020
24. Krebsinformationstag am CCC Tübingen-Stuttgart
10.00 bis 16.00 Uhr
Veranstalter: Comprehensive Cancer Center Tübingen-Stuttgart
Veranstaltungsort: Crona-Kliniken Berg, Hoppe-Seyler-Str. 3, 72076 Tübingen, Gebäude 400/420, Plenum: Großer Hörsaal Ebene B04 und Nachbarhörsaal mit Videoübertragung
Weitere Informationen und Anmeldung finden Sie im Veranstaltungsflyer

 

4. August 2020
Vortrag von Fr. Dr. S. Lenz, OÄ Klinik für Anästhesiologie: „Anästhesie (Narkose) im Alter – Wirkung und Nebenwirkung“
18.00 Uhr
Veranstalter: SHG Gelsenkirchen
Veranstaltungsort: Seminarraum der REHA-Klinik Bergmannsheil, Schernerweg 4, 45894 Gelsenkirchen-Buer (Haupteingang: Links durch die Lobby, dem langen Gang bis in den nächsten Gebäudetrakt folgen)

 

10. August 2020
Vortrag von G. Sappelt, SHG Wuppertal e.V., zum Thema „Lu-PSMA-Therapie - Bericht eines Patienten
mit Prostatakrebs“
Veranstalter: SHG Bottrop
Veranstaltungsort: Alte Personalkantine im Verwaltungsgebäude des Knappschaftskrankenhauses Bottrop, Osterfelder Str. 157, 46242 Bottrop statt - Gebäude hinter dem Krankenhaus, neben dem Reha-Zentrum prosper

 

23. August 2020
175-jähriges Jubiläum des St.-Marienhospitals in Borken
10.00 bis 18.00 Uhr
Veranstalter: St.-Marienhospital Borken
Veranstaltungsort: St. Marienhospital, Am Boltenhof 7, 46325 Borken
Die SHG Borken und Umgebung wird mit einem Infostand vertreten sein

 

1. September 2020
Vortrag von Chefarzt PD Dr. G. Meckenstock, Marienhospital GE: „Aktuelle Entwicklung in der medikamentösen Tumortherapie“
18.00 Uhr
Veranstalter: SHG Gelsenkirchen
Veranstaltungsort: Seminarraum der REHA-Klinik Bergmannsheil, Schernerweg 4, 45894 Gelsenkirchen-Buer (Haupteingang: Links durch die Lobby, dem langen Gang bis in den nächsten Gebäudetrakt folgen)

 

14. September 2020
Gruppengespräch mit Facharzt M. Lünzmann, Urologe in Bottrop
18.00 Uhr
Veranstalter: SHG Bottrop
Veranstaltungsort: Alte Personalkantine im Verwaltungsgebäude des Knappschaftskrankenhauses Bottrop, Osterfelder Str. 157, 46242 Bottrop
statt - Gebäude hinter dem Krankenhaus, neben dem Reha-Zentrum prosper

 

6. Oktober 2020
Vortrag von Dr. Christian Kories, Facharzt für Urologie : „Immuntherapie bei Prostatakrebs“
18.00 Uhr
Veranstalter: SHG Gelsenkirchen
Veranstaltungsort: Seminarraum der REHA-Klinik Bergmannsheil, Schernerweg 4, 45894 Gelsenkirchen-Buer (Haupteingang: Links durch die Lobby, dem langen Gang bis in den nächsten Gebäudetrakt folgen)

 

10. Oktober 2020
Patientenforum mit Vorträgen von Prof. Schlomm: „Frühzeitiger Zugang zu innovativen Behandlungsmethoden im Hauptstadturologie Netzwerk für Patienten, Ärzte und Klinikum"; Dr. Schenk: „Erfahrung eines langjährig erfolgreich tätigen Urologen bei der Behandlung des Prostatakrebses und die Motivation zur Gründung eines Prostatakarzinom-Zentrums"; Dr. Tillak: „Arbeit des klinischen Krebsregisters für Brandenburg und Berlin"; Prof. Popken: „Die Macht der Maschinen – Wandel in der Therapie des Prostatakarzinom"
9.00 bis 12.00 Uhr
Veranstalter: Regionalverband Neue Bundesländer
Veranstaltungsort: Seminaris SeeHotel Potsdam, An der Pirschheide 40, 14471 Potsdam

 

12. Oktober 2020
Vortrag von Dr. med. G. Lövey, Facharzt für Strahlentherapie, BORAD Bottrop, zum Thema „Strahlentherapie beim Prostatakrebs“
18.00 Uhr
Veranstalter: SHG Bottrop
Veranstaltungsort: Alte Personalkantine im Verwaltungsgebäude des Knappschaftskrankenhauses Bottrop, Osterfelder Str. 157, 46242 Bottrop
statt - Gebäude hinter dem Krankenhaus, neben dem Reha-Zentrum prosper

 

13. Oktober 2020
Vortrag von Prof. Dr. Cordula Jilg, Uni- Prostatazentrum Freiburg, Urologie, zum Thema „Radioguided Surgery (Aufspüren von radioaktiv markierten Läsionen mit einer Gammastrahlen-Sonde“
19.00 Uhr
Veranstalter: SHG Freiburg
Veranstaltungsort: Klinik für Tumorbiologie (EG), Breisacher Str. 117, 79106 Freiburg

 

3. November 2020
Vortrag von Dr. Th. Peiler, Facharzt für Urologie: „Prostatakrebs und Sexualität“
18.00 Uhr
Veranstalter: SHG Gelsenkirchen
Veranstaltungsort: Seminarraum der REHA-Klinik Bergmannsheil, Schernerweg 4, 45894 Gelsenkirchen-Buer (Haupteingang: Links durch die Lobby, dem langen Gang bis in den nächsten Gebäudetrakt folgen)

 

4. bis 5. November 2020
SHG Therapieseminar
Veranstalter: SHG Bottrop
Veranstaltungsort: „Die Wolfsburg“, Falkenweg 6, 45478 Mülheim a.d.Ruhr

 

1. Dezember 2020
Veranstaltung für angemeldete Gäste
18.00 Uhr
Veranstalter: SHG Gelsenkirchen
Veranstaltungsort: Seminarraum der REHA-Klinik Bergmannsheil, Schernerweg 4, 45894 Gelsenkirchen-Buer (Haupteingang: Links durch die Lobby, dem langen Gang bis in den nächsten Gebäudetrakt folgen)

 

 

 

 

 

 







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