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Therapie von Knochenmetastasen mit Samarium-153

Bei verschiedenen Erkrankungen können Radionuklide auch zur Behandlung eingesetzt werden. Dabei werden stärker radioaktive Substanzen mit sehr kurzer Reichweite so eingesetzt, dass eine Anreicherung und Energiefreisetzung gezielt im krankhaften Gewebe stattfindet. Die Strahlenwirkung auf das umgebende gesunde Gewebe bleibt so äußerst gering. Die nicht in das Gewebe aufgenommene Radioaktivität wird rasch über die Nieren ausgeschieden. Eine therapeutische Anwendung von Radionukliden ist zum Beispiel bei Schilddrüsenerkrankungen, schmerzhaften Knochenmetastasen und rheumatischen Gelenkbeschwerden möglich. bundesverband prostatakrebs selbsthilfe skelettscan

Was ist Samarium-153

Samarium-153 ist ein Radionuklid, das zur Schmerzlinderung bei osteoblastischen Knochenmetastasen eingesetzt wird. Der volle Name des Wirkstoffs lautet Samarium-153-Lexidronam. Das Medikament zählt zu den Radiopharmaka – also Arzneimitteln, die radioaktive Teilchen enthalten. Der Anteil, der die radioaktiven Strahlen aussendet, ist das Isotop Samarium-153. Es handelt sich dabei um einen sogenannten Beta-Strahler. Beta-Strahlen sind durch ihre hohe Energie bei geringer Reichweite von wenigen Millimetern gekennzeichnet. Das Samarium-153 ist an den Trägerstoff Lexidronam gebunden, der dafür sorgt, dass die Radioaktivität im Körper zur gewünschten Stelle gelangt, nämlich in die Knochenmetastasen. In vielen Knochenmetastasen wird neue Knochensubstanz aufgebaut. Dazu verwendet der Körper Bausteine wie Kalzium und Phosphat.

Lexidronam hat eine ähnliche Struktur wie Phosphat, so dass es in den Knochenmetastasen angereichert wird. Eine gezielte Bestrahlung der Knochenmetastasen durch das an das Lexidronam gekoppelte Samarium-153 wird damit möglich.

Samarium-153 ist eine klare Injektionsflüssigkeit und wird unter Strahlenschutzbedingungen mit einer Spritze in die Armvene injiziert. Der Einstich dieser Injektion ist mit einer Blutentnahme vergleichbar. Der Großteil der Substanz wird schnell in die Knochenmetastasen eingebaut. Der Rest wird innerhalb weniger Stunden über die Nieren ausgeschieden. Zur Unterstützung der Ausscheidung sollte man deshalb vor und nach der Behandlung viel trinken.

Bei einer Therapie mit Radionukliden sind bestimmte Maßnahmen erforderlich, die vor allem die Planung des richtigen Behandlungstermins, die Handhabung des radioaktiven Medikaments und die Entsorgung von Medikamentenrückständen betreffen. Deswegen kann Samarium-153 nur von einem Nuklearmediziner in einer entsprechend ausgestatteten Abteilung verabreicht werden.

Wenn eine Behandlung mit Samarium-153 geplant ist, überweist Ihr behandelnder Arzt Sie an ein nuklearmedizinisches Zentrum. Dort wird gemeinsam mit Ihnen entschieden, ob die Behandlung in Ihrem Fall besser ambulant oder stationär durchgeführt wird. Die Behandlung erfolgt dann an einem bestimmten Termin, zu dem das kurzlebige Samarium-153 genau in der für Sie notwendigen Aktivität geliefert wird.

Durch die Schmerztherapie mit dem Radionuklid wird das alltägliche Leben kaum beeinträchtigt. Vielmehr wird die Lebensqualität durch die lang anhaltende, ausgeprägte Schmerzreduktion verbessert. Hierzu trägt auch der meist verminderte Bedarf an starken Schmerzmedikamenten bei, die oft für Müdigkeit, Verstopfung und andere Nebenwirkungen verantwortlich sind.

Die Schmerzlinderung beginnt meist innerhalb einer Woche, wobei die Schmerzen während der folgenden drei Wochen noch weiter abnehmen können. Die Wirkung der Radionuklidtherapie hält etwa vier Monate an.

Wenn eine gute Schmerzlinderung mit dem Radionuklid erzielt wurde, kann nach Rücksprache mit dem behandelnden Arzt die Einnahme anderer Schmerzmittel reduziert werden.

Da nach der Radionuklidtherapie mit einem Absinken der Blutzellzahlen zu rechnen ist, sollten die regelmäßigen Termine zur Blutbildkontrolle beim Arzt wahrgenommen werden, bis die Werte sich normalisiert haben.

Vorsichtsmaßnahmen

  1. Vor der Gabe des Radionuklids sollte mindestens ein halber Liter Wasser, Tee oder Saft getrunken werden, damit die Blase zum Zeitpunkt der Injektion gefüllt ist. Diese Maßnahme dient dem Schutz der Blasenschleimhaut.
  2. Nach der Injektion des Radionuklids sollte reichlich getrunken werden, um die Ausscheidung der nicht an die Knochenmetastasen gebundenen Radioaktivität in den ersten Stunden zu fördern.
  3. Da der Urin für etwa zwölf Stunden nach der Injektion radioaktiv ist, sollte beim Gang auf die Toilette peinlichst auf Sauberkeit geachtet werden: um Spritzer zu vermeiden, sollte im Sitzen uriniert, an den ersten beiden Tagen zweimal gespült und sollten die Hände gründlich gewaschen werden.
  4. Bei inkontinenten Patienten sollte der Urin aus Sicherheitsgründen für mindestens sechs Stunden über einen Katheter abgeleitet werden.
  5. Bei Beschmutzung der Kleidung durch Blut oder Urin sollte die Wäsche vor dem Waschen zwei Wochen separat gelagert und dann getrennt gewaschen werden.
  6. Außer über den Urin verlässt nur sehr wenig Strahlung den Körper, so dass beim Kontakt mit Familienangehörigen usw. keine besonderen Vorsichtsmaßnahmen notwendig sind.
  7. Allerdings sollte man in der ersten Woche nach der Behandlung längere enge Kontakte zu Schwangeren und Kleinkindern vermeiden, um eine unnötige Strahlenbelastung auszuschließen.

Dieser Text wurde uns freundlicherweise von der conradia Gruppe radiologischer Praxen zur Verfügung gestellt. Der BPS bedankt sich für die Genehmigung zur Wiedergabe.

rrd, 03.05.2011

Termine

2020
6. Juli 2020
Gesprächsrunde mit Chefarzt Dr. Steiner & OA Dr. Rosenberg, PCa-Zentrum Helios Klinikum Meiningen, zu neuen Erkenntnissen in der Diagnostik und Therapie des Prostatakarzinoms bzw. Metastasen
14.30 Uhr
Veranstalter: SHG Südthüringen
Veranstaltungsort: Begegnungsstätte der Volkssolidarität, Karlsallee 2, 98617 Meiningen

 

6. Juli 2020
Vortrag von Christiane Herrmann, Heilpraktikerin, zum Thema „Gesund und ohne Schmerzen bis ins hohe Alter“
17.30 Uhr
Veranstalter: Selbsthilfegruppe Prostatakrebs Mariendorf (Berlin) e. V.
Veranstaltungsort: Gemeindehaus, Friedenstraße 20, 12107 Berlin

 

7. Juli 2020
Vortrag von Dr. Uwe Forner, Ltd. Oberarzt , Klinik für Urologie: „Herr Doktor ich habe da mal eine Frage“
18.00 Uhr
Veranstalter: SHG Gelsenkirchen
Veranstaltungsort: Seminarraum der REHA-Klinik Bergmannsheil, Schernerweg 4, 45894 Gelsenkirchen-Buer (Haupteingang: Links durch die Lobby, dem langen Gang bis in den nächsten Gebäudetrakt folgen)

 

18. Juli 2020
24. Krebsinformationstag am CCC Tübingen-Stuttgart
10.00 bis 16.00 Uhr
Veranstalter: Comprehensive Cancer Center Tübingen-Stuttgart
Veranstaltungsort: Crona-Kliniken Berg, Hoppe-Seyler-Str. 3, 72076 Tübingen, Gebäude 400/420, Plenum: Großer Hörsaal Ebene B04 und Nachbarhörsaal mit Videoübertragung
Weitere Informationen und Anmeldung finden Sie im Veranstaltungsflyer

 

4. August 2020
Vortrag von Fr. Dr. S. Lenz, OÄ Klinik für Anästhesiologie: „Anästhesie (Narkose) im Alter – Wirkung und Nebenwirkung“
18.00 Uhr
Veranstalter: SHG Gelsenkirchen
Veranstaltungsort: Seminarraum der REHA-Klinik Bergmannsheil, Schernerweg 4, 45894 Gelsenkirchen-Buer (Haupteingang: Links durch die Lobby, dem langen Gang bis in den nächsten Gebäudetrakt folgen)

 

10. August 2020
Vortrag von G. Sappelt, SHG Wuppertal e.V., zum Thema „Lu-PSMA-Therapie - Bericht eines Patienten
mit Prostatakrebs“
Veranstalter: SHG Bottrop
Veranstaltungsort: Alte Personalkantine im Verwaltungsgebäude des Knappschaftskrankenhauses Bottrop, Osterfelder Str. 157, 46242 Bottrop statt - Gebäude hinter dem Krankenhaus, neben dem Reha-Zentrum prosper

 

23. August 2020
175-jähriges Jubiläum des St.-Marienhospitals in Borken
10.00 bis 18.00 Uhr
Veranstalter: St.-Marienhospital Borken
Veranstaltungsort: St. Marienhospital, Am Boltenhof 7, 46325 Borken
Die SHG Borken und Umgebung wird mit einem Infostand vertreten sein

 

1. September 2020
Vortrag von Chefarzt PD Dr. G. Meckenstock, Marienhospital GE: „Aktuelle Entwicklung in der medikamentösen Tumortherapie“
18.00 Uhr
Veranstalter: SHG Gelsenkirchen
Veranstaltungsort: Seminarraum der REHA-Klinik Bergmannsheil, Schernerweg 4, 45894 Gelsenkirchen-Buer (Haupteingang: Links durch die Lobby, dem langen Gang bis in den nächsten Gebäudetrakt folgen)

 

14. September 2020
Gruppengespräch mit Facharzt M. Lünzmann, Urologe in Bottrop
18.00 Uhr
Veranstalter: SHG Bottrop
Veranstaltungsort: Alte Personalkantine im Verwaltungsgebäude des Knappschaftskrankenhauses Bottrop, Osterfelder Str. 157, 46242 Bottrop
statt - Gebäude hinter dem Krankenhaus, neben dem Reha-Zentrum prosper

 

6. Oktober 2020
Vortrag von Dr. Christian Kories, Facharzt für Urologie : „Immuntherapie bei Prostatakrebs“
18.00 Uhr
Veranstalter: SHG Gelsenkirchen
Veranstaltungsort: Seminarraum der REHA-Klinik Bergmannsheil, Schernerweg 4, 45894 Gelsenkirchen-Buer (Haupteingang: Links durch die Lobby, dem langen Gang bis in den nächsten Gebäudetrakt folgen)

 

10. Oktober 2020
Patientenforum mit Vorträgen von Prof. Schlomm: „Frühzeitiger Zugang zu innovativen Behandlungsmethoden im Hauptstadturologie Netzwerk für Patienten, Ärzte und Klinikum"; Dr. Schenk: „Erfahrung eines langjährig erfolgreich tätigen Urologen bei der Behandlung des Prostatakrebses und die Motivation zur Gründung eines Prostatakarzinom-Zentrums"; Dr. Tillak: „Arbeit des klinischen Krebsregisters für Brandenburg und Berlin"; Prof. Popken: „Die Macht der Maschinen – Wandel in der Therapie des Prostatakarzinom"
9.00 bis 12.00 Uhr
Veranstalter: Regionalverband Neue Bundesländer
Veranstaltungsort: Seminaris SeeHotel Potsdam, An der Pirschheide 40, 14471 Potsdam

 

12. Oktober 2020
Vortrag von Dr. med. G. Lövey, Facharzt für Strahlentherapie, BORAD Bottrop, zum Thema „Strahlentherapie beim Prostatakrebs“
18.00 Uhr
Veranstalter: SHG Bottrop
Veranstaltungsort: Alte Personalkantine im Verwaltungsgebäude des Knappschaftskrankenhauses Bottrop, Osterfelder Str. 157, 46242 Bottrop
statt - Gebäude hinter dem Krankenhaus, neben dem Reha-Zentrum prosper

 

13. Oktober 2020
Vortrag von Prof. Dr. Cordula Jilg, Uni- Prostatazentrum Freiburg, Urologie, zum Thema „Radioguided Surgery (Aufspüren von radioaktiv markierten Läsionen mit einer Gammastrahlen-Sonde“
19.00 Uhr
Veranstalter: SHG Freiburg
Veranstaltungsort: Klinik für Tumorbiologie (EG), Breisacher Str. 117, 79106 Freiburg

 

3. November 2020
Vortrag von Dr. Th. Peiler, Facharzt für Urologie: „Prostatakrebs und Sexualität“
18.00 Uhr
Veranstalter: SHG Gelsenkirchen
Veranstaltungsort: Seminarraum der REHA-Klinik Bergmannsheil, Schernerweg 4, 45894 Gelsenkirchen-Buer (Haupteingang: Links durch die Lobby, dem langen Gang bis in den nächsten Gebäudetrakt folgen)

 

4. bis 5. November 2020
SHG Therapieseminar
Veranstalter: SHG Bottrop
Veranstaltungsort: „Die Wolfsburg“, Falkenweg 6, 45478 Mülheim a.d.Ruhr

 

1. Dezember 2020
Veranstaltung für angemeldete Gäste
18.00 Uhr
Veranstalter: SHG Gelsenkirchen
Veranstaltungsort: Seminarraum der REHA-Klinik Bergmannsheil, Schernerweg 4, 45894 Gelsenkirchen-Buer (Haupteingang: Links durch die Lobby, dem langen Gang bis in den nächsten Gebäudetrakt folgen)

 

 

 

 

 

 







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