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Kryotherapie der dritten Generation

Die Kryotherapie als Therapie gegen Prostatakrebs wurde bereits in den 1960er Jahren angewendet Allerdings waren die Ergebnisse zunächst wenig befriedigend. Mit schrittweisen technischen Verbesserungen konnte inzwischen ein Stand erreicht werden, der mit den Ergebnissen der klassischen lokalen Therapien konkurrieren kann (Beispiel: SeedNet™ Cryotherapy System von ONCURA).

Die Kryotherapie steht heute in den USA an vierter Stelle in der Häufigkeit der angewandten Primärtherapien des Prostatakarzinoms nach radikaler Prostatektomie, perkutaner (äußerlicher) Bestrahlung und Brachytherapie. Unter Kryotherapie versteht man die kontrollierte Abtötung von Tumorgewebe durch Gefrieren und Auftauen. Zur Zerstörung der Tumorzellen tragen dabei mehrere Effekte während des Einfrierens und Auftauens bei. Für eine wirkungsvolle Therapie sind folgende Grundsätze von Bedeutung :

bundesverband prostatakrebs selbsthilfe kryo abb3

  •  Schnelles Vereisen
  •  Langsames Auftauen
  •  Wiederholte Kälte-Wärme-Zyklen

Bei der Kryotherapie der dritten Generation nutzt man zum Abkühlen bzw. Aufheizen den sogenannten Joule-Thomson-Effekt, indem man durch Entspannen hochkomprimierter Gase Kälte (mit Argon) bzw. Wärme (mit Helium) erzeugt. Zu diesem Zweck benutzt man dünne Hohlnadeln mit einem Durchmesser von nur 1,47 mm. Eine Hohlnadel besteht aus zwei konzentrischen Röhren. Die äußere Röhre ist am Ende mit einer geschlossenen Spitze versehen (zum leichteren Einführen in die Prostata), die innere führt bis nahe zur Spitze der äußeren Nadel und endet dort in einer Düse. Das komprimierte Gas strömt durch die innere Röhre, wird am Ende durch die Düse entspannt und strömt in der äußeren Röhre zurück, wobei das Gas in der inneren Röhre nach dem Prinzip eines Gegenstrom-Wärmetauschers vorgekühlt bzw. vorgewärmt wird.

bundesverband prostatakrebs selbsthilfe kryo abb1

Mit Hilfe einer Lochraster-Führungsschablone werden die Nadeln über den Damm in die Prostata eingeführt (Abbildung 2). Die genaue Platzierung der Nadeln erfolgt unter transrektaler Ultraschallkontrolle (ähnlich der Seeds-Implantation bei der LD-Brachytherapie). Zum Schutz der Darmwand werden Nadeln platziert, die durch Erwärmung eine Abschirmung gegen Kälteschäden bilden. Der Schutz der Harnröhre während der Behandlung erfolgt durch Spülung mit erwärmter Flüssigkeit über einen Katheter. Es können theoretisch bis zu 25 Nadeln eingesetzt werden, die sich in 5 Gruppen unabhängig voneinander ansteuern lassen. Außerdem können bis zu fünf nadelförmige Temperatursensoren eingesetzt werden.

Durch die Verwendung einer relativ großen Anzahl sehr dünner Nadeln, der Temperatursensoren, die gute Regulierbarkeit der Kühlung bzw. Heizung über den Gasstrom sowie die Ultraschall-Überwachung des "Eisballs" lässt sich eine weitgehend homogene Temperaturverteilung innerhalb der Prostata bei recht guter Abgrenzung zum umgebenden Gewebe realisieren (hohes Temperaturgefälle). Die Steuerung der gesamten Prozedur erfolgt über einen Monitor, mit Anzeige aller relevanten Daten.

 

bundesverband prostatakrebs selbsthilfe kryo abb2 bundesverband prostatakrebs selbsthilfe kryo abb3

 

Die Kryotherapie kann eine geeignete Therapieoption sein für lokal begrenzten und lokal fortgeschrittenen Prostatakrebs bei

  • nicht erfolgreicher perkutaner oder interstitieller Bestrahlung
  • einem hohem Operations-Risiko, lokal begrenztem Tumor
  • einer Lebenserwartung von fünf bis zehn Jahre
  • einem histologisch gesichertem Lokalrezidiv, durch Ultraschall lokalisierbar
  • Ablehnung einer Operation

 

Nicht geeignet ist die Kryotherapie bei sehr breiter Prostata, bei der die seitlichen Anteile hinter dem Beckenknochen liegen. Auch können Rezidive nicht behandelt werden, die durch Ultraschall-Bildgebung nicht darstellbar sind.

Die häufigste Nebenwirkung der Kryotherapie ist die erektile Dysfunktion (Häufigkeit etwa wie bei radikaler Prostatektomie).

Die heute verfügbare Kryotherapie der dritten Generation stellt unter bestimmten Voraussetzungen eine wenig invasive Alternative dar zu radikaler Prostatektomie, äußerer Bestrahlung oder Brachytherapie. Ausreichende Langzeitergebnisse stehen noch aus. Die Gesamtkosten der Behandlung von durchschnittlich 8.500 € muss der Patient selbst zahlen. Die Krankenkassen entscheiden im Einzelfall über eine Kostenübernahme.

Die Kryotherapie der dritten Generation wird derzeit u. a. angeboten vom Nordwest Krankenhaus Frankfurt/Main, Klinik für Urologie und Kinderurologie (Chefarzt Prof. Dr. E. Brecht, ltd. Oberarzt Dr. U. Witzsch) http://www.krankenhaus-nordwest.de/nwk/fk_urologie.htm

Das Bildmaterial wurde uns freundlicherweise von der Firma ONCURA überlassen. Weitere Informationen gibt es unter:
www.emedicine.com/med/topic3539.htm

Den Autor erreichen Sie unter paul.enders@freenet.de

Termine

11. November 2019
Gruppengespräch mit Facharzt M. Lünzmann, Urologe in Bottrop
18 Uhr
Veranstalter: SHG Bottrop
Veranstaltungsort: Verwaltungsgebäude des Knappschaftskrankenhauses Bottrop, Alten Personalkantine, Osterfelder Str. 157, 46242 Bottrop (Gebäude hinter dem Krankenhaus, neben dem Reha-Zentrum prosper)

 

15. November 2019
Tanzen ist die beste Medizin mit Senioren – Tanzgruppe mit Claudia Bronner, Landesvorsitzende BW Seniorentanze.V.
Veranstaltungsort: Gesundheitszentrum Federsee-Bad Buchau
Die SHG Bad Buchau-Federsee wird mit einem Infostand vertreten sein

 

15. November 2019
„Selbsthilfe beWEGt - seit 30 Jahren“ – Jubiläumsveranstaltung des Selbsthilfebüros KORN
14 bis 16 Uhr, Einlass 13:30 Uhr
Veranstaltungsort: Haus der Begegnung, Grüner Hof 7 in 89073 Ulm
Weitere Informationen finden Sie hier. Um Anmeldung bis spätestens 31. Oktober wird gebeten

 

16. November 2019
Patientenkongress der Deutschen Krebshilfe
ab 9.30 Uhr
Veranstaltungsort: Welcome Hotel, Fürstenweg 13, 33102 Paderborn
Veranstalter: Deutsche Krebshilfe
Das Programm finden Sie hier
Die SHG ProstaCura Paderborn wird mit einem Infostand vertreten sein

 

16. November 2019
2. Bayerischer Selbsthilfekongress zum Thema „Tragende Netze erleben – Selbsthilfekompetenz im Gesundheitswesen"
9.30 bis 16.30 Uhr
Veranstalter: Selbsthilfekoordination Bayern und Selbsthilfekontaktstellen Bayern e.V. in Kooperation mit der Selbsthilfekontaktstelle der Diakonie Hochfranken
Veranstaltungsort: Freiheitshalle, Kulmbacher Str. 4, 95030 Hof
Weitere Informationen finden Sie hier

 

16. November 2019
15. Patiententreffen in Sachsen-Anhalt
9.30 bis 13.00 Uhr
Veranstaltungsort: Universitätsklinikum Kröllwitz, Ernst-Grube-Str. 40, 06120 Halle, Hörsäle 1-2
Veranstalter: Nierentransplantationszentrum der Universitätsklinik und Poliklinik für Urologie (Univ.-Professor Dr. P. Fornara) und die Universitätsklinik und Poliklinik für Innere Medizin II, (Univ.-Professor Dr. M. Girndt) des Universitätsklinikums Halle (Saale)
Weitere Informationen finden Sie hier
Der BPS-Regionalverband Neue Bundesländer wird vertreten sein

 

16. November 2019
Patientenforum
ab 9.00 Uhr
Veranstalter: Prostatakarzinomzentrum der Klinik für Urologie, Kinderurologie und Uro-Onkologie des KMG Klinikums Luckenwalde gemeinsam mit dem Uroonkologischen Zentrum Mittelbrandenburg in Luckenwalde e. V.
Veranstaltungsort: Biotechnologiepark 4 (CCB), Konferenzsaal, D-14943 Luckenwalde
Das Programm finden Sie hier
Die SHG Luckenwalde wird mit einem eigenen Infostand vertreten sein

 

16. November 2019
Gottesdienst für Krebsbetroffene: Ein musikalisch-literarischer Gottesdienst zum Thema „Atem holen – Das Geheimnis des Lebens“
15.00 Uhr
Veranstaltungsort: Pauluskirche, Pariser Str. 4, Bochum Innenstadt (Nähe Baltz)

 

20. November 2019
„Offene Sprechstunde“ mit Prof. Dr. med. H. Sperling, Prostatakrebs-Zentrum am Niederrhein
18.00 Uhr
Veranstalter: SHG Mönchengladbach
Veranstaltungsort: Krankenhaus Maria Hilf GmbH (ehemals Franziskushaus), Forum, Konferenzraum K 1), Viersener Str. 450 in 41063 Mönchengladbach

 

23. November 2019
Informationstag Prostatakrebs 2019 mit dem Schwerpunkt „Stellenwert der Psychoonkologie für Prostatakrebspatienten“
9.30 bis 14.00 Uhr
Veranstaltungsort: Caritas-Krankenhaus St. Josef, Landshuterstraße 65, 93053 Regensburg, Hörsaal
Veranstalter: Klinik für Urologie Caritas-Krankenhaus St. Josef/PROCAS Selbsthilfegruppe Regensburg/Oberpfalz
Weitere Informationen finden Sie im Veranstaltungsprogramm

 

27. November 2019
Vortrag von Sascha Brinkmann, Facharzt für Allgemeinmedizin, Gemeinschaftspraxis „Health Prevent", Hannover zum Thema „Die Bedeutung der Darmflora bei der Krebsentstehung und -behandlung"
18.30 Uhr
Veranstalter: Krebsberatungsstelle Soltau (Außenstelle des OAK Walsrode), Bahnhofstraße 15, 29614 Soltau
Veranstaltungsort: Bibliothek Waldmühle, Mühlenweg 4, 29614 Soltau

 

28. November 2019
Vortrag von Dr. med. J. Gleißner, MVZ/DGU Hofaue Wuppertal zum Thema „Bericht vom DGU-Kongress 2019“
19.30 Uhr
Veranstalter: SHG Wuppertal
Veranstaltungsort: Helios Klinikum Wuppertal, Heusner Str. 40, 42283 Wuppertal-Barmen, Im Konferenzzentrum (Eingang Torbogen, direkt am Haupteingang)

 

30. November 2019
Aktionstag „Gemeinsam gegen Krebs“
11.00 bis 15.00 Uhr
Veranstaltungsort: Theater Osnabrück, Oberes Foyer, Domhof 10/11, 49074 Osnabrück
Veranstalter:Klinikum Osnabrück
Das Programm finden Sie hier
Die SHG Osnabrück word mit einem Infostand vertreten sein

 

2020
1. Februar 2020
Patientenaktionstag zum Thema „Rund um den Krebs – was neben der eigentlichen Therapie noch wichtig ist“
10.00 bis 15.00 Uhr
Veranstalter: Asklepios Klinik St. Georg
Veranstaltungsort: Kongresszentrum „Georgie“, c/o Asklepios Klinik St. Georg, Lohmühlenstr. 5, 20099 Hamburg

 

 

 

 







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