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Tagebuch der Alpenüberquerung

 
Dass man auch mit einer Beeinträchtigung Außergewöhnliches vollbringen kann und dass die gewonnen Erfahrung enorm wichtig für die individuelle Problembewältigung sein kann, wollen Sportwissenschaftler der Deutschen Sporthochschule Köln im Rahmen eines wissenschaftlichen Projekts zum Thema Sport in der Krebsnachsorge belegen. Zehn Betroffene, deren Therapie aus schulmedizinischer Sicht erfolgreich abgeschlossen wurde, wollen die Wegstrecke München-Venedig von 520 km über insgesamt etwa 20.000 Höhenmeter in 35 Tagen zu Fuß bewältigen.

Hier ist das Tagebuch ihres Marsches.

bundesverband prostatakrebs selbsthilfe alpen 

 

Tag 1 (28.07.2008)

Die Gruppe, bestehend aus sieben Teilnehmern und drei studentischen Betreuern, sowie Jimmy Hartwig (Ex-Fußballprofi) und Ludwig Graßler (Gründer des Traumpfades) beginnt trotz starkem Medienrummel um 9:30 Uhr die 32 km lange erste Etappe der Alpenüberquerung nach Wolfratshausen.
Die Wetterbedingungen versprechen schon am Morgen hohe Temperaturen, was im Tagesverlauf bestätigt wird. Die Stimmung in der Gruppe ist gegenüber der anfänglichen Skepsis sehr positiv und so verlässt sie bald Münchens Stadtgrenzen in schattigen Pfaden entlang der Isar.
Wie vorauszusehen war, ist die erste Etappe eine enorm lange und anstrengende Tagestour, und so wird vielen schnell klar, wie sehr unnötiger Ballast das Wandern erschweren kann. Herr Graßler bietet netterweise die Möglichkeit an, dass der Eine oder Andere ab Pullach seinen Rucksack per Auto zum Etappenziel transportieren lassen kann. Auf den letzten zehn Kilometern wird dann auch von zwei Teilnehmern diese Möglichkeit in Anspruch genommen. Mit der S-Bahn fahren Sie zur Unterkunft. Die Anderen laufen tapfer den langen Weg bis zum glücklichen Ende weiter.
Ein kräftiges Abendessen und ein gemütliches Bett sorgen dafür, neue Kräfte für den nächsten Tag zu sammeln.

Tag 2 (29.07.2008)

Heute ist schon der erste Tag, an dem die Gruppe nicht zusammenbleiben kann. Am Montag Abend gab es noch einige hitzige Diskussionen zum ersten Wandertag und ob die Strecke zu lang war. Inzwischen sind die Wogen wieder geglättet, und so kann es heute für vier Teilnehmer und zwei Studenten zum Tagesziel Bad Tölz weitergehen.
Es ist wieder eine äußerst lange Strecke von 28 km und die Sonne ist mindestens genauso kräftig wie am Tag zuvor. Gegen Ende ziehen Gewitterwolken auf und Donnergrollen ist zu vernehmen, allerdings bricht es erst über alle herein, als die Gruppe bereits wohlbehalten, wenn auch mit letzter Kraft, die Unterkunft im Haus Maximilian erreicht hat.
Die zweite Gruppe mit drei Teilnehmern und einem Studenten stattet in Wolfratshausen erst dem Arzt einen Besuch ab, der die ersten, stark aufgeriebenen Stellen und wunden Beine versorgen kann.
Mit neuer Hoffnung geht es per Bus nach Bad Tölz und von hieraus, mit Apfelschorle bewappnet, wieder zu Fuß der wandernden Gruppe entgegen, um Sie zu begrüßen.
Die Freude des Wiedersehens ist groß, und so wird mit diesem herrlich erfrischendem Getränk angestoßen.
Gemeinsam kommen schließlich alle in der Unterkunft an.

Tag 3 (30.07.2008)

Nach zwei Tagen ungewohnter Belastung gönnt sich die Gruppe heute einen Ruhetag im idyllischen Bad Tölz. Die meisten nutzen den heißen Tag im Schwimmbad um die geschundenen Muskeln zu lockern oder für einen entspannten Spaziergang an der kühlen Isar.
Außerdem werden die ersten Gegenstände aus den dicken und sehr schweren Rucksäcken nach Hause geschickt. Der Begründer dieser Tour hat höchstens zwölf Kilo empfohlen, und viele sind mit 16 bis 18 Kilo weit darüber. So sortieren die Studenten, mit Hilfe der Betroffenen, Luxusartikel und überflüssige Klamotten aus. Anschließend gibt es noch eine Besprechung für den nächsten Tag und danach gehen alle zu Bett, um die nächste Etappe ausgeruht angehen zu können.

Tag 4 (31.07.2008)

Nach den Flachetappen gehts heute endlich auf den Berg, genauer gesagt in 18 km an die Benediktenwand zur Tutzinger Hütte. Da der letzte Aufstieg ziemlich anstrengend sein soll, beschließt ein Teil der Gruppe den ersten flachen Teil mit dem Bus zu fahren und dann aufzusteigen.
Die Sonne brennt von oben auf den Kopf und von unten qualmen die Füße vom Aufstieg, aber die hervorragende Aussicht ins Voralpenland entschädigt für alles.
Vom Hüttenwirt Hans herzlich aufgenommen, verbringt die Gruppe die erste Nacht in luftiger Höhe von 1327 Metern. Sie schlafen in einem Lager, das aussieht wie ein sehr großes Stockbett. In jede Etage passen ca. 10 Leute. Aber da es heute nicht so voll ist, haben sie ein Zimmer für sich allein.

Tag 5 (01.08.2008)

Heute geht es, im Gegensatz zum gestrigen Tag, wieder bergab. Vorher allerdings muss die Gruppe noch einen ordentlichen Hang hinauf kraxeln. Das Wetter verspricht wieder hervorragend zu werden und alle sind froh, dass sie rechtzeitig aufgebrochen sind. So können sie in der Frische des Morgens einen letzten Blick auf die Tutzinger Hütte werfen. Am Hang entlang geht es um die Benediktenwand herum, bevor sie absteigen. Der Weg ist eine Mischung aus Wiese und Steinen und so breit, dass sie wie die Gänse in einer Reihe heruntermarschieren.
Ein schwieriger Pfad, der den Einen oder Anderen auch mal aus dem Gleichgewicht bringt, wird zusätzlich durch einsetzenden Regen erschwert, bis die Gruppe auf einen gut ausgebauten Wirtschaftsweg trifft.
Diesen verfolgen sie bis nach Jachenau. Hier soll die Entscheidung darüber getroffen werden, ob weitergewandert oder die Busalternative genommen wird. Den restlichen Weg am Bach entlang können sie mal wieder nicht in der vorgegebenen Zeit zurücklegen, und so trifft die Gruppe relativ spät in Jachenau ein. Die Entscheidung für den Bus nach Jachenau erweist sich später als vollkommen richtig.
Andere Venedigwanderer, die sich für den Laufweg entschieden haben, treffen entweder sehr spät, müde oder durchnässt im Gasthaus ein. Eine gesellige Runde am Stammtisch schließt diesen Tag ab.Die Nacht regnet es komplett durch, und alle sind froh, trocken und heil am Ziel zu sein.Die Freude ist groß, als auch der letzte Teilnehmer, der seine Füße in Bad Tölz schonen musste, nun auch wieder zur Gruppe stößt. Mit seinem unverbesserlichen Willen und neuen Schuhen ist er heute eine Riesenstrecke hinterher gekommen.
Insgesamt wurden heute wieder starke 22 km zurückgelegt.

Tag 6 (02.08.2008)

Einigen konnte es heute morgen nicht schnell genug gehen. Ob es an dem unwirschen Wirt lag oder an Hansi Hinterseer, der das Haus in Beschlag nahm, ist nicht eindeutig geklärt. Allerdings kam noch einiges dazwischen: Die Busalternative wurde verpasst, und so mussten per Anhalter die ersten 10 km überbrückt werden. Die Komplettgeher dieses Tages machten sich wenig später auf den Weg durch das Risstal am Rissbach entlang. Ein kleiner Teil der Gruppe wählte den direkten Weg nach Scharnitz und kurierte dort in einem zusätzlichen Ruhetag ihre Blessuren aus. Auf sie sollte die andere Gruppe zwei Tage später treffen.
Nach einem sehr langen und umso schöneren Tagesmarsch erreicht die Gruppe relativ spät die Karwendelhütte, die bis unters Dach gefüllt ist. Es wuselt wie im Ameisenhaufen, gut, dass alle reserviert haben, so kann sogar noch ein Pärchen, das die Gruppe auf der Tutzinger Hütte das erste Mal traf, mit ihnen einquartieren.
Die Organisation und Freundlichkeit im Karwendelhaus ist die Gruppe aus dem Vorderriß nicht gewohnt. Gutes Essen in einem ruhigen Nebenraum lässt den doch recht hohen Preis vergessen.
Die Hauptroute nach Venedig würde morgen normalerweise über die Birkkarspitze führen, wovon aber Abstand genommen wird, da sie der Gruppe zu schwierig erscheint. Auch der Kellner bestätigt sie in der Entscheidung und so schlagen alle den Weg nach Scharnitz ein (Gesamtstrecke: 24 km).

Tag 7 (03.08.2008)

Die gute Aussicht vom Vortag hinunter ins Tal ist heute morgen von dicken Wolken verhangen, aber dafür ohne Regen. So geht es also wieder hinab ins Tal, aber nicht ohne vorher noch kräftig zu frühstücken. Etwas später als sonst verlässt die Gruppe die Unterkunft und startet in Richtung Scharbitz. Auch die Sonne begleitet sie nach einiger Zeit und vertreibt die letzten Wolkenfetzen. Am Ziel erwarten sie die anderen drei, die für alle schon ein Zimmer in der Pension Arnspitz reserviert haben.
Die Pensionsleute versorgen sie auch persönlich mit selbstgekochtem Hirschgulasch, und es könnte ein gemütlicher Abend auf der Terrasse werden. Leider endet es mal wieder mit einer Diskussion, die kein Ende zu nehmen scheint. Es gibt erneut sehr unterschiedliche Meinungen zur Tour.
Da hilft nur noch ein Marillenschnaps, der alles wieder ins Lot bringt.

Tag 8 (04.08.2008)

Endlich starten heute wieder alle gemeinsam, und so nehmen sie den Bus bis zur Kastenalm, um unnötige Straßenkilometer zu sparen. Von der Kastenalm gehts dann hinauf zur Hallerangeralm. Es geht ordentlich bergauf, aber es ist eine angenehme und nicht allzu lange Etappe. Die Stimmung ist auch wieder gut, und so gelangt die Gruppe schon mittags oben an, wo alle zusammen in einer Art gemütlichem Hühnerstall unterkommen. Die Hütte ist richtig voll und die Stimmung dementsprechend gut. Es wird Akkordeon gespielt, getrunken und gegessen. Auch ehemalige Wandergefährten aus dem Vorderriss begegnen ihnen wieder und erzählen vom "Abenteuer" Birkkarspitze, das sich die Gruppe erspart hatte.
Morgen geht es schon wieder ins Tal hinab.

Tag 9 (05.08.2008)

Um 8 Uhr startet die Gruppe nach einer relativ unruhigen Nacht nach Wattens. Alles um sie herum ist eingenebelt und zeitweise fühlt man sich wie die letzten Menschen auf dieser Erde. Es ist auch ganz ruhig.
Bevor es mal wieder runtergeht, müssen sie über einen Schotterkar hochsteigen. Alles ist feucht, da sie mitten in den Wolken stecken, und dann fängt es auch noch zu regnen an. Wie eine bunte Karawane im Wattemeer schlängeln sie sich in den farbenfrohen Regenklamotten weiter. Die Sicht ist gleich Null, und mit fortschreitendem Regen sinkt auch die Stimmung.
Der Weg bergab hat sich in eine Schlammrutsche verwandelt und sie brauchen ewig. Mit nassen Füssen kämpfen sich die Teilnehmer Schritt für Schritt weiter. Nach einer gefühlten Ewigkeit kommen sie endlich in St. Magdalena an. Das sollte allerdings nur ihre Einkehr zur Halbzeit darstellen. Endlich raus aus den nassen Sachen. Eine warme Suppe sorgt für neues Wohlbefinden.
Der Eine oder Andere entscheidet sich nun für das warme Taxi nach unten, und der Rest begibt sich wieder in seine Gummisachen. Es wartet noch ein ordentliches Stück, aber die Gruppe kommt schnell voran, sogar der Regen hört auf. Sie übernachten in Wattens, und Abends wird im Goldenen Adler noch ein Gläschen Rotwein auf das Geburtstagskind getrunken, welches sie heute in ihren Reihen haben. Die große Überraschung, eine leckere Torte, hatte einer der Teilnehmer schon vorher organisiert. Jeder nimmt sich ein Stück mit auf sein Zimmer...

Tag 10 (06.08.2008)

Wattens ist nicht der schönste Ort, aber Innsbruck ist nur wenige Minuten Busfahrt entfernt. Die meisten der Teilnehmer nutzen die Gelegenheit zur Stadtbesichtigung. Es ist sehr warm, und so lädt das Schwimmbad nach dem Stadtbummel zum Entspannen ein. Dort werden weitere Etappen geplant, Übernachtungen geklärt und natürlich auch ordentlich geplantscht! Es stehen schwierige Etappen bevor und die Wettervorhersage lässt zudem nicht mehr so schönes Wetter erwarten. Der Ruhetag kam also gerade recht.

Tag 11 (07.08.2008)

Der erste Teil des Weges nennt sich Kreuzweg und macht seinem Namen alle Ehre. Es ist sehr eng, steil und schweißtreibend Gewidmet ist er einem Pater namens Jakob Gapp, der einst von den Nazis hingerichtet wurde, weil er sich gegen den Nationalsozialismus stellte.
Das Wetter ist gut und die Laune in der Gruppe umso besser. Alle kommen sehr gut voran, und nach einem Picknick zur Halbzeit sind die Kräfte wieder fast so frisch wie zu Beginn.
Der Wetterbericht lag nicht so falsch. Gegen Ende der Etappe zieht sich der Himmel zu einem Gewitter zusammen, doch die Gruppe erreicht die Hütte noch rechtzeitig vor dem Unwetter.
Die Hütte liegt in der Sperrzone des österreichischen Militärs, wovon die meisten beim Erreichen der Unterkunft jedoch nur wenig merken.

Tag 12 (08.08.2008)

Obwohl es die ganze Nacht durch geregnet hat, ist am Morgen wieder strahlender Sonnenschein angesagt. Der Wetterbericht lässt allerdings Gewitter für den Nachmittag erwarten. Motiviert stapfen alle los, immer bemüht, dass die Gruppe beisammen bleibt. Ein schnelles Vorankommen ist eben abhängig vom Schwächsten in der Gruppe. Von Beginn an geht es steil bergauf, und über Geröllfelder erklimmen sie den Pluderlingsattel (2743 m). Oben angekommen ist alles in milchigen Nebel getaucht, und das Gewitter lässt sich schon erahnen. Alle gehen zügig weiter, doch auf dem Abstieg werden sie von der Gewitterwolke eingeholt. Es donnert, regnet, blitzt und hagelt, dass die Hände an den Stöcken schmerzen. Kein Schutz in Sicht. Es kommt Unsicherheit auf: "Sollen wir weitergehen oder nicht?" Der Respekt vor den Blitzen ist vielen anzusehen, da der Donner in immer kürzeren Abständen aufgrollt. Sie geraten mitten ins Gewitter!!! Einige Minuten laufen sie im Schweinsgalopp nach unten, bevor sie sich in eine Felsspalte quetschen. Dort sitzen aber schon zwei andere Wanderer. Als die Blitze etwas nachlassen laufen sie auf einem Teppich aus Hagelkörnern Es sind noch 1,5 Stunden bis zur Hütte, und es fängt schon wieder an zu grollen. Dann erblicken sie einen leeren Kuhstall, der ihnen etwas Schutz bietet. Sechs weitere Wanderer gesellen sich dazu, mit denen die Gruppe ein bis zwei Stunden ausharrt. Dann wagen sie den weiteren Abstieg und kommen schließlich alle heil in der Unterkunft an.

Tag 13 (09.08.2008)

Eine sehr anspruchsvolle Etappe steht der Gruppe heute nach dem gestrigen Abenteuer bevor.
Die Überquerung der Friesenbergscharte, dem höchsten Punkt der gesamten Tour, wollen sie heute bewältigen Als sie aufwachen regnet es in Strömen Die Teilnehmer hoffen auf ein baldiges Ende des Unwetters, aber der Wetterbericht verheißt nichts Gutes. Ein Durchkommen ist bei solchen Bedingungen sehr schwierig (für die Gruppe wohl eher unmöglich), also entscheiden sie sich für den Abstieg mit anschließendem Umfahren des Gebietes. Ziel ist die Dominikushütte. Diese ist bei der Ankunft aber leider ausgebucht, und so steigen sie von dort aus bei mittlerweile akzeptablen Wetterbedingungen zur Olperer Hütte von Südwesten her auf.
Die Aussicht auf den Schlegeisspeicher ist wunderschön, wenn hin und wieder die Wolken aufreißen.

Tag 14 (10.08.2008)

Der große Schreck kommt direkt bei Abmarsch. Alle schlüpfen in ihre Schuhe, nur ein Student von uns findet seine Wanderstiefel nicht. Stattdessen steht hier das gleiche Paar zwei Meter weiter weg und eine halbe Nummer zu klein. Von dem Verwechsler keine Spur! Nach einer kurzen Eingewöhnungsphase zieht der Trupp mit kleinen Schuhen los.
Es liegt ein wunderschöner Höhenweg Richtung Pfitscher-Jochhaus vor ihnen, wo sich alle vier Alternativwanderer wiedertreffen. Nach einer leckeren Brotzeit gehts zum Abstieg nach Stein, dem ersten Ziel in Italien. Im Gasthaus Bartlhof werden sie allerdings nicht so freundlich empfangen, dafür schmeckt aber das Essen umso besser.

Tag 15 (11.08.2008)

Eine sehr anstrengende Etappe liegt heute vor der Gruppe (1100 Höhenmeter rauf und 1500 m runter). Alle sind gut darauf eingestellt und beginnen die Tour mit großer Motivation. Der Aufstieg ist an einem Stück und dementsprechend kraftraubend. Etwa vier Stunden brauchen sie bis zu ihrem höchsten Punkt für heute: der Gliederscharte. (2644 m). Ein stürmischer, kalter Wind stört ein wenig bei der wohlverdienten Mittagspause, und auch die Bergziegen leisten ihnen Gesellschaft, bevor es zum noch längeren Abstieg nach Pfunders geht.
An einer urigen Alm vorbei, mit dem dazu passenden Besitzer, wandern sie scheinbar endlos ins Tal.
Parallel dazu laufen vier von ihnen einen Alternativweg, der über Sterzing das Gebirge teils umfährt. Von Franzensfeste geht es dann einen kürzeren Weg nach Niedervintl, der sich am Ende als wesentlich steiler herausstellt als gedacht. Da in Pfunders die Unterkünfte überfüllt sind, bleiben diese vier in Niedervintl, wo ein sehr nett geführter Gasthof Landmann aufwartet.

Tag 16 (12.08.2008)

Nachdem letzte Nacht die Gruppe geteilt war, finden sich heute nach einer zweistündigen kleinen Wanderung alle in Niedervintl ein. Es gibt vieles zu erledigen: Einkaufen, waschen, Post abschicken, Apotheke besuchen und vor allen Dingen sich erholen.

Tag 17 (13.08.2008)

Die heutige Etappe wird mal wieder von der kompletten Gruppe bestritten. Zu Beginn geht es einen schönen, aber steilen Waldweg hinauf zur Ronerhütte, wo sie nach drei bis vier Stunden Gehzeit eine längere Pause machen. Vor allem die Schwächeren unter ihnen sind schon sehr ausgelaugt, doch die restliche Etappe verläuft weitgehend in der Ebene, was entsprechende Motivation freisetzt. Die Dolomiten erheben sich majestätisch am Horizont und lassen einen beeindruckenden Blick auf den kommenden Weg zu. Untergebracht sind alle in der Kreuzwiesenhütte.

Tag 18 (14.08.2008)

Auch heute Morgen starten sie wieder zusammen, allerdings nur bis zum Würzjoch, an dem ein Drehtermin mit dem MDR vereinbart wurde. Zeitlich etwas eingespannt entscheidet sich ein Teil der Gruppe vorzulaufen, um sich mit dem Kameramann und seiner Assistentin zu treffen. Seitdem sie in Italien sind, ist auch die Sonne immer auf ihrer Seite. Ein beeindruckendes Panorama bei wunderschönem Wetter stellt auch das Fernsehteam zufrieden. Nach den Dreharbeiten ist für die Motiviertesten ein anstrengendes Stück über die Peitlerscharte vorgesehen. Sie betreten endlich die Dolomiten!
Ganz kaputt, aber sehr zufrieden kommen sie spät an der Schlüterhütte an und werden direkt zu Tisch gebeten, um frische Kräfte zu tanken.

Tag 19 (15.08.2008)

Jetzt geht es Schlag auf Schlag, schon wieder steht eine happige Etappe an. Um 8 Uhr verlässt die Gruppe die Schlüterhütte rechtzeitig, denn für den Nachmittag ist Regen angekündigt. Auf dem steilsten Stück der Etappe, der Roascharte, geht es plötzlich los. Sturm, Hagel und Regen machen ihnen das Leben schwer. Der eine oder andere Teilnehmer verliert sein Regencape im eisigen Wind, und das Einsammeln kostet zusätzlich Kraft und Zeit. Auf der Scharte angekommen bleibt hinter einem Felsen versteckt nur wenig Zeit zur Erholung. Die Teilnehmer entscheiden sich dafür, einen etwas längeren Weg zu nehmen, um einen schwierigen Klettersteig zu umgehen.
Auf einem kleinen Abstieg scheint sich das Wetter zu bessern, doch der Schein trügt. Hinter einem Felsvorsprung zieht eine mächtige Gewitterwolke heran und schließt sie kurz darauf ein. Selbst der beste Regenschutz kann sie nicht vor der andauernden Nässe bewahren. Es ist kalt, und alle wollen nur noch ans Mittagsziel, die Puezhütte. Angekündigt sind 3,5 Stunden bis dahin, die sie allerdings schon deutlich überschritten haben. Zweifel über die Richtigkeit des Weges machen sich breit. In der Hoffnung, dass die Karte stimmt, setzen sie den Weg fort und erreichen sechs Stunden nach Aufbruch glücklicherweise die Puezhütte.
Keiner glaubt, dass sie diese heute noch verlassen werden, aber der komplett überfüllte Trockenraum bietet ihnen keine Möglichkeit, am morgigen Tag unter besseren Bedingungen starten zu können. Nach einer wärmenden Suppe gehts wieder zurück in die nassen Klamotten. Zum Glück meldet auch die Sonne wieder ihren Anspruch an, womit auch die Motivation wieder steigt. So setzen sie, von den Sonnenstrahlen getrocknet und gewärmt, ihren Weg Richtung Grödner Joch fort.
Als der Himmel sich wieder verdunkelt und die ersten Tropfen fallen, erreichen sie gerade noch ihr Etappenziel. Hier treffen sie auch wieder auf ihren Trupp, von dem sie sich am Würzjoch getrennt hatten.

Tag 20 (16.08.2008)

Grödner Joch – Boe Hütte 12km: Die heutige Etappe gilt als sehr anspruchsvoll, und so teilt sich die Gruppe. Die Wandertruppe macht sich auf den Weg zum Klettersteig Richtung Pisciadu Hütte. Die Alternativgruppe fährt mit dem Bus.
Schon gestern hatte die Gruppe bereits kurze Drahtseilversicherungen auf ihrer Etappe, die als Vorgeschmack Lust auf die heutige Tour machten, denn es geht auf verhältnismäßig langen Steigen hoch hinaus.
Direkt zu Beginn durchqueren sie ein ermüdendes Schotterfeld und erreichen nach etwa zwei Stunden den Fuß einer stark zerklüfteten Felswand, die mit Stahlbolzen und Drahtseilen versehen ist, um ihnen den Aufstieg zu erleichtern. Alle Teilnehmer kommen gut voran, was nach wenigen Minuten mit einem herrlichen, aber ebenso respekteinflößenden Blick belohnt wird. Die Ruhe in der Gruppe lässt auf die Konzentration schließen, die jeder bei diesem Kletterakt an den Tag legt. Oben angekommen merkt man dem einen oder anderen Teilnehmer den Stolz schon an, dieses Stück gemeistert zu haben. Zu Recht! Sind doch einige bisher noch nie mit etwas Ähnlichem konfrontiert worden.
Umrandet vom herrlichen Panorama wandert die Gruppe das erste Mal durch Schnee und erreicht schließlich die Boe Hütte, die nur wenige Meter vom 3152 m hohen Piz Boe entfernt auf 2871 m liegt.

Tag 21 (17.08.2008)

Boe Hütte – Fedaiasee 12 km: Die wenigen 12 km klingen nach einer entspannten Etappe, doch ist auch diese Distanz mit sechs Stunden Gehzeit veranschlagt. Erfahrungsgemäß kann die Gruppe also mit acht Stunden Gehzeit rechnen. Trotzdem lässt das Wetter auf freie Sicht hoffen, und sie entscheiden sich am Morgen, zusätzlich den Piz Boe zu besteigen. Beim Beginn des Aufstiegs ziehen noch dichte Nebelschwaden an ihrem Weg entlang, doch vereinzelte Sonnenstrahlen zeigen ihnen, dass der Gipfel wohl frei liegt. Sie sollten ihn aber nicht erreichen! Auf den ersten hundert Höhenmetern nimmt nicht nur der Schnee deutlich zu, sondern auch der Frost. Dicke Eiszapfen ragen ihnen entgegen, und die spiegelglatten Flächen machen ein trittsicheres Vorankommen unmöglich. Hinsichtlich des noch schwierigeren Abstiegs, der ihnen noch bevorstünde, entscheiden sie sich umzukehren. Bei einem Blick zurück, der ihnen den wolkenfreien Gipfel offenbart, steht vielen die Enttäuschung ins Gesicht geschrieben. Nichtsdestotrotz war es im Nachhinein eine sinnvolle Entscheidung, dieses Risiko nicht einzugehen.
Mit Blick voraus geht´s Richtung Fedaiasee zunächst einmal 600 Höhenmeter bergab. Danach verläuft die Etappe relativ eben. Ein schöner Blick auf das ewige Eis der Marmolada versüßt den sich doch in die Länge ziehenden Weg, bis sie schließlich in die Marmolada Hütte einkehren.

Tag 22 (18.08.2008)

Fedaiasee – Alleghe 22 km: Eine längere, aber leichte Etappe zum 1000 m tiefer gelegenen Ort Alleghe bringt wieder die gesamte Gruppe an den Start. Über Weiden und Wiesen geht es gemütlich bergab, wobei sich die Gruppe an den Liftmasten der Skipisten orientiert. Ein sehenswertes Highlight der Etappe ist die Sottogudaschlucht, die durch enge und hoch aufragenden Felswände den Blick ständig in die Höhe wandern lässt. Wasserfälle verschönern diesen Abschnitt zusätzlich, und das obligatorische Fußbad wird bei jeder Pausengelegenheit wahrgenommen.
In Caprile angekommen verabschieden sich fußschwache Wanderer in den Bus. Die Gruppe wandert die restlichen vier Kilometer eben entlang eines Flusses nach Alleghe, das direkt am gleichnamigen See liegt.
Erschöpft kommen sie dort an und stellen zu ihrer Enttäuschung leider fest, dass ihre Unterkunft zusätzliche zwei Kilometer außerhalb des Ortes den Berg hinauf liegt. Bevor sie sich an das gemütliche, gepäckfreie Gehen gewöhnen, schultern sie schon wieder die Rucksäcke und laufen bei hohen Temperaturen weiter. Alle sind sehr erleichtert, als nach 45 Minuten das Hotel Edelweiß vor ihnen steht.
Eine Dusche lässt die Welt gleich schon wieder ganz anders aussehen, und ein privater Besuch ihres Dozenten Freerk Baumann mit Prof. Klaus Schüle setzt wieder neue Motivation frei. Ein gemeinsames Abendessen rundet den Tag ab.

Tag 23 (19.08.2008)

Alleghe, Ruhetag: Klamotten waschen, Einkaufen, Ausruhen!!! Viel mehr steht heute nicht auf dem Programm. Dr. Baumann und Prof. Schüle bleiben diesen Tag auch noch und geben beim Abendessen weitere Tipps für die kommenden und letzten Tage in den Bergen. Venedig kommt in greifbare Nähe!

Tag 24 (20.08.2008)

Alleghe – Tissihütte 12 km: Für die nächsten Etappen ist hinsichtlich des Schwierigkeitsgrades wieder eine Teilung der Gruppe vorgesehen. Die Wanderer fahren von der Alleghe aus ein kleines Stück mit dem Sessellift, um die attraktivere Variante zur Tissihütte zu begehen. Ein überfüllter Pfad mit vielen Tagesurlaubern führt sie über das Rif. Adolfo Sonino al Coldai an die Nordwand der Civetta. Die sehr seltene Edelweiß-Blume begegnet ihnen hin und wieder am Wegesrand, und so gelangen sie auf einer recht kurzweiligen Etappe am frühen Nachmittag zur Tissihütte. Diese liegt malerisch in der Nähe eines fast senkrechten Felsvorsprungs, von dem aus man wie aus der Flugzeugperspektive auf das über 1000 m tiefer liegende Örtchen Alleghe schauen kann.

Tag 25 (21.08.2008)

Tissi Hütte – Carestiato Hütte 14 km: Eine mittelschwere Etappe, die sich wie erwartet jedoch sehr in die Länge zieht. Einer der Teilnehmer ist den Tag zuvor leicht umgeknickt und hat Probleme mit dem Knöchel. Insgesamt kommt die Gruppe also nur sehr langsam voran, was sich aber nicht negativ auf die Stimmung auswirkt. Die häufigen Pausen kommen wohl allen sehr gelegen und der ursprüngliche Plan, eventuell bei gutem Durchkommen zu einem komfortableren Gasthof zu gehen, wird schnell verworfen.
Bei guten Wanderbedingungen kommen sie am Abend auf der Carestiato Hütte an, die allen Ansprüchen der Gruppe gerecht wird.

Tag 26  22.08.2008)

Carestiato Hütte – Pramperett: Laut Reiseführer wäre das Ziel der heutigen Etappe das Rif. Pian de Fontana. Da die Gruppe allerdings den Klettersteig der Schiara umgehen möchte, hat sie die Pramperett Hütte als Tagesziel gewählt. Der Schiarasteig gilt als langer, ausgesetzter Steig und sollte nur mit Sicherung begangen werden. Daher erscheint er dem Großteil der Gruppe zu aufwendig und aufgrund mangelnder Erfahrung wohl auch als zu risikoreich. Trotzdem ist einer der Teilnehmer doch sehr darauf aus. Ein wenig Überzeugungsarbeit ist nötig, um ihn davon abzubringen. Die Enttäuschung merkt man ihm auf dieser Etappe schon an, aber er ordnet sich, wie er selbst immer wieder betont, dem gesamten Projekt unter.
Die Pramperett Hütte ist mit Sicherheit die herzlichste Hütte, die sie auf der gesamten Reise besuchen. Der relativ geringe Betrieb bringt eine angenehme Atmosphäre in die Hütte, und mit den Gastwirt-Paar Ivan und Marika lassen sie den Abend bei selbstgemachtem Grappa ausklingen.

Tag 27 (23.08.2008)

Pramperett Hütte – Belluno: Ein Abstieg über die Ostseite steht der Gruppe heute bevor; ein Wegverlauf, der nicht in ihrem Führer beschrieben wird und dementsprechend schwierig zu finden ist. Anfangs wird viel Zeit in die Suche nach dem richtigen Abstiegsweg investiert. Jeder wird als „Pfadfinder“ gebraucht, und so mancher Trampelpfad führt ins Nichts. Das tut der Stimmung aber keinen Abbruch, und als ein abenteuerlicher, steiler Abschnitt mit Drahtseilversicherung vor ihnen liegt, schöpft auch ihr Klettersteigfan wieder neue Motivation. Zwanzig Minuten dauert es etwa, die gesamte Gruppe über ein Stück Felswand hinweg nach unten zu bringen. Es ist in der Tat eine unerwartete, aber auch schöne Herausforderung, die ihre Kletterkünste noch einmal ein wenig fordert.
Darauf folgt ein langer Abstieg, zunächst auf Wald- und später auf Forstwegen bis nach Igne.
Hier setzt der Regen ein. Die Gruppe entscheidet sich, die Landstraße zu meiden und mit dem Bus nach Belluno zu fahren. In einer privaten Garage, in der sie von einer Anwohnerin noch mit Wasser versorgt werden, warten sie auf den Bus, der aber Wochenends sehr selten fährt. Vier von ihnen beschließen die Warterei mit einer Wanderung zum nächsten Ort zu überbrücken, und als dort auch kein zeitiger Bus zu erwarten ist laufen sie bis nach Longarone. Diese Ortschaft wurde vor gut 40 Jahren durch eine Flutwelle, die durch einen Erdrutsch in den nahegelegenen Stausee ausgelöst wurde, fast vollständig zerstört. Viele neuere Gebäude, die den ostdeutschen Plattenbauten ähneln, erinnern an die Katastrophe.
Sie gehen zum Bahnhof, an dem sie die anderen treffen, und nach Belluno fahren. Dort angekommen beziehen sie Quartier.

Tag 28 (24.08.2008)

Belluno – Revine 31 km: Die gestrige Etappe sollte die letzte in den Bergen sein, denn die Gruppe entscheidet sich tags zuvor gegen die Variante über den Monte Favergha und steuert heute direkt auf die Piave-Ebene zu.
Eine verhältnismäßig ebene Wanderung mit längeren leichten Auf- und Abstiegen kommt ihnen bei den Temperaturen gerade recht. Die Luft ist sehr klar und die Sonne brennt, besonders in der Mittagszeit, vom wolkenfreien Himmel. Diese klaren Sichtverhältnisse kommen ihnen dann am späten Nachmittag zugute. Ein beeindruckender Blick bietet sich ihnen vor dem letzten großen Abstieg ihrer Reise. Vor der Gruppe liegt die Piave-Ebene, die am Horizont zur Adria übergeht. Das erste Mal erblicken sie das Meer! Ein Blick zurück zeigt die schroffen Anfänge der Dolomiten und erinnert an die letzten vier Wochen, die sie in dem Gebirge verbracht haben. Leider sind sie etwas spät dran und müssen zusehen, dass sie weiterkommen. Knapp zwei Stunde verlieren sie als sie den falschen Abstiegsweg einschlagen. Und es dämmert schon langsam. Keine Experimente mehr! Um 18:30 Uhr nehmen sie den langen Abstieg über die Serpentinen der Landstraße, auf der glücklicherweise nur sehr wenig Verkehr ist. Zehn Kilometer sind es noch von dort aus, deutlich länger als der steilere Abstieg, der im Führer beschrieben ist. Das Gefälle bringt sie aber schnell voran und sie erreichen gegen 20:30 Uhr ihr Hotel. In einem sehr vornehmen Restaurant schließen sie den Tag mit reichlich Nahrung ab.

Tag 29 (25.08.2008)

Revine – Priula 27 km: Nur noch leichtes Hügelland liegt vor den Teilnehmern. Früh brechen sie auf, um möglichst viele Pausen in der Mittagshitze einzustreuen. Es ist eine sehr lange Etappe, die über viel Landstraße führt. Oft kommen sie in Kontakt mit der ländlichen Bevölkerung Norditaliens und können sich so ein wenig auf den Trubel in Venedig vorbereiten. Viele Eiscafés werden angesteuert und Urlaubsstimmung kommt auf.
Trotzdem schlaucht der Weg doch schon ziemlich, und alle sind froh, als sie am späten Abend in Priula eintreffen. Es ist der letzte Abend, an dem die gesamte Gruppe beisammen ist. Einer der Teilnehmer verlässt die Gruppe morgen aus zeitlichen Gründen und nimmt den Zug in Richtung Venedig, um sich mit seiner Frau zu treffen. Bei gemeinsamen Abend- und anschließendem Eisessen reden sie noch viel über die vergangenen Wochen und gehen dann ins Bett.

Tag 30 (26.08.2008)

Priula – Bocca Colalta 26 km: Nachdem ein Teilnehmer verabschiedet wurde, zieht die Gruppe wieder los. Venedig ist nicht mehr weit, aber sie wissen um die noch zu bewältigenden Etappen. Die Hitze tut ihr übriges, aber es ist nicht so schlimm, wie sie es aus Erfahrungsberichten vermutet haben. Hin und wieder ein kaltes Fußbad im Fluss, ein nasses T-Shirt und Kopfbedeckung und viel Trinken gestaltet das Wandern doch recht angenehm.
Schwächen zeigt jeder einmal. Heute ist es Anna, eine der Studenten, die über Magenschmerzen klagt und sich nach der Mittagspause von der Gruppe absondern muss.
Trotzdem ist es beeindruckend zu sehen, wie gut alle mit den Bedingungen zurecht kommen und wie sich die Fitness bei jedem einzelnen gesteigert hat gegenüber den ersten „Gehversuchen“ kurz hinter München.
So werden auch die 26 km bis Bocca Colalta letztendlich von allen gut gemeistert.

Tag 31 (27.08.2008)

Bocca Coltata – Caposile 20 km: Die Teilnehmer haben durch die Busfahrt nach Belluno einen Tag eingespart und wollen ihn dafür nutzen die 30-Kilometer-Etappen etwas zu splitten. So ist ihr heutiges Ziel Caposile. Es ist eine leichte Wanderung, die von der Distanz gut zu bewältigen ist. Trotzdem benötigten sie fast den ganzen Tag. Ein Eis hier, ein Kaffee da. Genießen ist angesagt so kurz vor dem Ziel.
Eingekehrt wird bei Lucia, einer herzlichen Italienerin, die sie für die letzten beiden Etappen gut versorgt.

Tag 32 (28.08.2008)

Caposile – Casera Ballarin 38 km: Das hatten sie sich eigentlich gut ausgedacht: Einen Tag mehr, dann teilen die Teilnehmer die Etappen auf und laufen entsprechend weniger am Tag. Das zerschlägt sich leider heute, nachdem sie in Jesolo den falschen Weg einschlagen und sie ein paar unglückliche Zufälle knapp 10 km (!) in die falsche Richtung leiten. Busfahren oder Taxi nehmen kommt vielen in den Sinn. Aber der Fehler wird letztendlich durch reine Laufarbeit wieder ausgemerzt. Am Ende stehen 38 Kilometer auf dem Tageskonto! Der Ehrgeiz hat über die Vernunft gesiegt, aber keiner will sich so kurz vor dem Ziel die Butter vom Brot nehmen lassen. Sie stehen vor den Toren Venedigs!!!

Tag 33 (29.08.2008)

Casera Ballarin – Venedig 8 km: Der letzte Tag der fünfwöchigen Reise! Über 500 km und ein Hochgebirge trennen die Gruppe von ihrem Ausgangspunkt München. Acht Kilometer sind noch zu bewältigen. Man merkt einigen die Ungeduld an, sie wollen schnell zur Fähre. Die Stimmung verschiebt sich dahingehend, dass einige nur noch ankommen wollen. Verständlich, denn der von Touristen überlagerte Weg entlang der Straße lässt wenig von den romantischen Momenten in den Bergen zu. In Punta Sabbioni betreten sie wenig später die Fähre, die sie ohne weitere körperliche Anstrengung nach Venedig bringt.
Ein Fernsehteam begrüßt die Teilnehmer, und einige wirken von dem Trubel und den Menschenmassen doch etwas überrumpelt. Am Markusplatz wird es dann recht emotional. Musik ertönt im Hintergrund, wie für sie gemacht, die Rucksäcke stehen symbolisch zu einem Berg aufgetürmt inmitten ihrer zehnköpfigen Gruppe und viele liegen sich in den Armen. Andere brauchen einen Moment für sich selbst. Sind einfach nur froh, angekommen zu sein nach den Strapazen der letzten Wochen und freuen sich auf zu Hause. Es wird einige Zeit vergehen, um zu realisieren, was für Eindrücke man gewonnen hat und was letztendlich geleistet wurde.
Jetzt bleiben ihnen noch knapp zwei Tage, um ihren Ankunftsort zu genießen. Doch für viele war das Ziel schon weit früher erreicht. Es war nicht Venedig, sondern der lange, erlebnisreiche Weg.


 

(Quelle: www.prostatakrebs24.de)

Termine

26. Januar 2019
Patientenkongress in Karlsruhe für Betroffene, Angehörige und Interessierte
ab 9.30 Uhr
Veranstalter: Deutsche Krebshilfe
Veranstaltungsort: Leonardo Hotel, Ettlinger Str. 23, 76137 Karlsruhe
Die Teilnahme ist kostenfrei

 

5. Februar 2019
PD Dr. S. Miller, Chefarzt Urologie & Karl Dahm, SHG: "Mit Olaf Thon „Für Früherkennung – gegen Prostatakrebs“
6. öffentliche Veranstaltung für alle interessierten Männer und ihre Partnerinnen
18.00 Uhr
Veranstaltungsort: Seminarraum der REHA-Klinik Bergmannsheil, Schernerweg 4, 45894 Gelsenkirchen-Buer (Haupteingang: Links durch die Lobby, dem langen Gang bis in den nächsten Gebäudetrakt folgen)
Veranstalter: SHG Gelsenkirchen-Buer

 

11. Februar 2019
C. Voegelin, Hospiz- u. Pflegedienstleiter stellt das Hospiz Bottrop vor
18 Uhr
Veranstalter: SHG Bottrop
Veranstaltungsort: Verwaltungsgebäude des Knappschaftskrankenhauses Bottrop, Alten Personalkantine, Osterfelder Str. 157, 46242 Bottrop (Gebäude hinter dem Krankenhaus, neben dem Reha-Zentrum prosper)

 

22. – 23. Februar 2019
6. Brandenburger Krebskongress unter dem Motto „Onkologie im Land Brandenburg – Immer in Bewegung“
Veranstalter: LAGO Brandenburg e.V., Tumorzentrum Land Brandenburg e.V.
Veranstaltungsort: Dorint Hotel Sanssouci, Potsdam
Anmeldung, Programm und weitere Informationen finden Sie hier

 

5. März 2019
Vortrag von Dr. U. Forner, Ltd. Oberarzt Klinik für Urologie zum Thema „Herr Doktor, ich habe da mal eine Frage – Patienten fragen, der Urologe antwortet“
18.00 Uhr
Veranstaltungsort: Seminarraum der REHA-Klinik Bergmannsheil, Schernerweg 4, 45894 Gelsenkirchen-Buer (Haupteingang: Links durch die Lobby, dem langen Gang bis in den nächsten Gebäudetrakt folgen)
Veranstalter: SHG Gelsenkirchen-Buer

 

6. März 2019
Vortrag von Dr. med. A. Werner & Catrin Ahrens-van Westen, Krebsberatungsstelle Soltau zum Thema „Was ist Psychoonkologie? Die seelische und soziale Betreuung Krebskranker“
18.30 Uhr
Veranstalter: Krebsberatungsstelle Soltau
Veranstaltungsort: Bibliothek Waldmühle, Mühlenweg 4, 29614 Soltau

9. März 2019
15. Prostata-Symposium mit Informationen zum Thema „Prostata“ und einem „Arzt-Patienten-Seminar“
Veranstaltungsort: „Haus der Siegerländer Wirtschaft“, Spandauer Straße 25, 57072 Siegen
Weitere Informationen beim Sprecher der Siegener BPS-Prostatakrebs-Selbsthilfegruppe unter Telefon 02735/5260 und unter www.prostatakrebs-siegen.de

 

11. März 2019
Gruppengespräch mit Facharzt M. Lünzmann, Urologe in Bottrop
18 Uhr
Veranstalter: SHG Bottrop
Veranstaltungsort: Verwaltungsgebäude des Knappschaftskrankenhauses Bottrop, Alten Personalkantine, Osterfelder Str. 157, 46242 Bottrop (Gebäude hinter dem Krankenhaus, neben dem Reha-Zentrum prosper)

 

13. März 2019
Informationsabend „Wissenswertes über die Prostata“
Veranstalter: Prostatazentrum am UKM
Veranstaltungsort: Schloss Münster, Aula, Schlossplatz Münster

 

 2. April 2019
Vortrag von PD Dr. S. Miller, Chefarzt Klinik für Urologie zum Thema "Nierensteine, warum bekomme ich diese, und wie werden
sie behandelt"
18.00 Uhr
Veranstaltungsort: Seminarraum der REHA-Klinik Bergmannsheil, Schernerweg 4, 45894 Gelsenkirchen-Buer (Haupteingang: Links durch die Lobby, dem langen Gang bis in den nächsten Gebäudetrakt folgen)
Veranstalter: SHG Gelsenkirchen-Buer

 

3. April 2019
Vortrag von Dr. med. A. Werner, Krebsberatungsstelle Soltau zum Thema „Spezielle ambulante Palliativersorgung im Heidekreis“
18.30 Uhr
Veranstalter: Krebsberatungsstelle Soltau
Veranstaltungsort: Bibliothek Waldmühle, Mühlenweg 4, 29614 Soltau

 

8. April 2019
Vortrag von Dr. med. M. Müller, Chefarzt der Urologie des, KKH Bottrop zum Thema „PSA-Rezidiv“
18 Uhr
Veranstalter: SHG Bottrop
Veranstaltungsort : Nephrologisches Zentrum, Osterfelder Str. 155a, 46242 Bottrop (Seminarraum im Untergeschoss)

 

10. April 2019
Vortrag von Gerhard Zieseniß zum Thema „Haben Sie alles geregelt? Vorsorgevollmacht, Patientenverfügung (Stand 2019) mit aktuellen Vordrucken“
18.30 Uhr
Veranstalter: Krebsberatungsstelle Soltau
Veranstaltungsort: Bibliothek Waldmühle, Mühlenweg 4, 29614 Soltau

 

12. April 2019
„Selbsthilfe 4.0 – Die Challenge“ unter dem Motto „Begegnungen zukunftsfähig gestalten“
12.00 bis 18.15 Uhr
Veranstaltungsort: Fritz-Walter-Stadion, Kaiserslautern

 

7. Mai 2019
Dr. Kl. Rembrink, Facharzt für Urologie GE zum Thema "Prostatakrebs und palliativmedizinische Versorgung zu Hause
Veranstaltungsort: Vortrag findet im MCBB Besprechungsraum Nordstern statt.
18.00 Uhr
Veranstaltungsort: Seminarraum der REHA-Klinik Bergmannsheil, Schernerweg 4, 45894 Gelsenkirchen-Buer (Haupteingang: Links durch die Lobby, dem langen Gang bis in den nächsten Gebäudetrakt folgen)
Veranstalter: SHG Gelsenkirchen-Buer

8. Mai 2019
Vortrag von Dr. med. Gero Domzig zum Thema „Ergänzende Krebstherapien“
18.30 Uhr
Veranstalter: Krebsberatungsstelle Soltau
Veranstaltungsort: Bibliothek Waldmühle, Mühlenweg 4, 29614 Soltau

 

4. Juni 2019
Vortrag von PD Dr. W. Vahlensieck, Bad Nauheim zum Thema "Gesunde Lebensführung bei Prostatakarzinom"
18.00 Uhr
Veranstaltungsort: Seminarraum der REHA-Klinik Bergmannsheil, Schernerweg 4, 45894 Gelsenkirchen-Buer (Haupteingang: Links durch die Lobby, dem langen Gang bis in den nächsten Gebäudetrakt folgen)
Veranstalter: SHG Gelsenkirchen-Buer

 

5. Juni 2019
Vortrag von Bernd Troche, LV-NRW des BPS, zum Thema „Angst vor Prostatakrebs? Moderne Optionen der Diagnose und Therapien"
18.30 Uhr
Veranstalter: Krebsberatungsstelle Soltau
Veranstaltungsort: Bibliothek Waldmühle, Mühlenweg 4, 29614 Soltau

 

28. bis 30. Juni 2019
Rheinland-Pfalz-Tag 2019
Veranstalter: Kontakt- und Informationsstelle für Selbsthilfe – KISS Pfalz Selbsthilfetreff Pfalz e.V.
Veranstaltungsort: Annweiler

 

2. Juli 2019
Vortrag von Dr. U. Forner, Ltd. Oberarzt Klinik für Urologie zum Thema "Die gutartige Vergrößerung der männlichen Prostata
(Benigne Prostatahyperplasie BPH oder BPS)"
18.00 Uhr
Veranstaltungsort: Seminarraum der REHA-Klinik Bergmannsheil, Schernerweg 4, 45894 Gelsenkirchen-Buer (Haupteingang: Links durch die Lobby, dem langen Gang bis in den nächsten Gebäudetrakt folgen)
Veranstalter: SHG Gelsenkirchen-Buer

 

6. August 2019
Vortrag von Fr. Dr. S. Kaminiorz, Chefärztin Klinik Innere Medizin zum Thema "Was Sie über Darmkrebs wissen sollten"
18.00 Uhr
Veranstaltungsort: Seminarraum der REHA-Klinik Bergmannsheil, Schernerweg 4, 45894 Gelsenkirchen-Buer (Haupteingang: Links durch die Lobby, dem langen Gang bis in den nächsten Gebäudetrakt folgen)
Veranstalter: SHG Gelsenkirchen-Buer

 

12. August 2019
Vortrag von Dr. S. Hennigs, Chefärztin der Radiologie des KKH Bottrop zum Thema „Bildgebende Verfahren beim Prostatakarzinom“
18 Uhr
Veranstalter: SHG Bottrop
Veranstaltungsort: Verwaltungsgebäude des Knappschaftskrankenhauses Bottrop, Alten Personalkantine, Osterfelder Str. 157, 46242 Bottrop (Gebäude hinter dem Krankenhaus, neben dem Reha-Zentrum prosper)

 

21. bis 22. August 2019
Therapieseminar der SHG BOttrop
Veranstalter: SHG Bottrop
Veranstaltungsort: „Die Wolfsburg“, Falkenweg 6, 45478 Mülheim a.d.Ruhr

 

3. September 2019
Vortrag von Frau Jutta Heidl, Dipl. Sozialarbeit. Bergmannsheil zum Thema "Schwerbehindertengesetz
Antragstellung, Merkzeichen etc."
18.00 Uhr
Veranstaltungsort: Seminarraum der REHA-Klinik Bergmannsheil, Schernerweg 4, 45894 Gelsenkirchen-Buer (Haupteingang: Links durch die Lobby, dem langen Gang bis in den nächsten Gebäudetrakt folgen)
Veranstalter: SHG Gelsenkirchen-Buer

 

9. September 2019
Gruppengespräch mit Facharzt M. Lünzmann, Urologe in Bottrop
18 Uhr
Veranstalter: SHG Bottrop
Veranstaltungsort: Verwaltungsgebäude des Knappschaftskrankenhauses Bottrop, Alten Personalkantine, Osterfelder Str. 157, 46242 Bottrop (Gebäude hinter dem Krankenhaus, neben dem Reha-Zentrum prosper)

 

1. Oktober 2019
Vortrag von Dr. R. Haerting, Facharzt für Urologie zum Thema "Mein PSA-Wert steigt, (wieder)
was soll ich machen?"
18.00 Uhr
Veranstaltungsort: Seminarraum der REHA-Klinik Bergmannsheil, Schernerweg 4, 45894 Gelsenkirchen-Buer (Haupteingang: Links durch die Lobby, dem langen Gang bis in den nächsten Gebäudetrakt folgen)
Veranstalter: SHG Gelsenkirchen-Buer

 

26. Oktober 2019
Offene Krebskonferenz 2019 mit dem Thema „Wissen macht Mut“
Veranstaltungsort: Frankfurt

 

5. November 2019
Vortrag von Dr. T. Peiler, Facharzt für Urologie zum Thema "Personalisierte Therapie in der Urologie,
bezogen auf das Prostatakarzinom"
18.00 Uhr
Veranstaltungsort: Seminarraum der REHA-Klinik Bergmannsheil, Schernerweg 4, 45894 Gelsenkirchen-Buer (Haupteingang: Links durch die Lobby, dem langen Gang bis in den nächsten Gebäudetrakt folgen)
Veranstalter: SHG Gelsenkirchen-Buer

 

11. November 2019
Gruppengespräch mit Facharzt M. Lünzmann, Urologe in Bottrop
18 Uhr
Veranstalter: SHG Bottrop
Veranstaltungsort: Verwaltungsgebäude des Knappschaftskrankenhauses Bottrop, Alten Personalkantine, Osterfelder Str. 157, 46242 Bottrop (Gebäude hinter dem Krankenhaus, neben dem Reha-Zentrum prosper)

 

 

 

 

 







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