Aktive Über­wachung
(Active Surveillance, AS)

Aktive Über­wachung
(Active Surveillance, AS)

Wenn Ihr Arzt oder Ihre Ärztin bei Ihnen ein Prostata­karzinom mit niedrigem Risiko­profil fest­gestellt hat, dann wird dieser Tumor unter Um­stän­den gar nicht oder langsam wachsen und Ihnen nie Beschwerden machen. Zum Zeit­punkt der Diag­nose jedenfalls besteht dann kein zwingender Grund, sich einer Behand­lung zu unter­ziehen, die deutlich die Lebens­quali­tät beein­träch­tigen kann. Der einmal entdeckte Tumor wird regelmäßig überwacht, damit bei An­zeichen einer Ver­änderung sofort reagiert und eine Thera­pie einge­leitet werden kann.

Langfristiges Beobachten (Watchful Waiting, WW)

Ein wenig aggressives Prostata­karzi­nom wächst sehr lang­sam oder gar nicht. Die Wahr­schein­lich­keit, an einer anderen Erkrankung (zum Beispiel Herz­versagen) zu sterben, wird mit zu­nehmen­dem Alter immer höher. Vier von fünf Männern mit Prostata­krebs sterben heute nicht an, sondern mit ihrem Tumor. Gerade in höherem Alter und/ oder bei Beein­träch­tigung durch andere Krank­heiten sollten Sie den zu erwarten­den Nutzen eines Ein­griffs sehr genau gegen die Risiken abwägen. Operation oder Bestrahlung werden unter Umständen Ihre Lebens­qualität ver­schlech­tern. In­wie­weit ein even­tueller Lebens­zeit­gewinn diese Verschlech­terung recht­fertigt, sollten Sie gemein­sam mit Ihrem Arzt oder Ihrer Ärztin über­legen.
(Aus: Prostatakrebs I – lokal begrenztes Prostatakarzinom, Zweite Auflage, Juli 2015, S. 60ff)

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